Licht, edel, schön
Der größte Jubel gilt in dieser Eröffnungswoche nicht der Kunst, sondern dem Geld. Als Hans Peter Haselsteiner ans Rednerpult tritt, kann er nicht anfangen. Um ein Haar hätten sich alle sogar von den Plätzen erhoben. Als Dank für einen, der 20 der insgesamt 36 Millionen Euro Baukosten bezahlt hat, der mit seinem Privatvermögen von über einer Milliarde auch den laufenden Betrieb mitfinanzieren wird und der nun beschwichtigende Handbewegungen macht, um Launiges loszuwerden.
Nicht nur der begeisterten Gala-Gemeinde ist klar: Ohne ihn, den Chef des Baukonzerns Strabag, wäre dieses kleine Weihnachtswunder in einem Tiroler Dorf nicht möglich gewesen.
In Erl steht gewiss in manchem Stall eine Krippe, vor allem aber nun ein neues Festspielhaus. «Tarnkappenbomber», den Spitznamen hat der schwarze Bau, der sich unweit des Inns am Berghang duckt, bereits weg. Das sollte jedoch nicht irritieren. Im Foyer herrscht kühles Weiß, rechte Winkel gibt es keine. Nicht nur die Architektur des Wiener Büros Delugan Meissl Associated, auch die Akustik ist gelungen. Der Klang hat Saft und Körper, ist geerdet, in leichten Nachhall verpackt und gerät selbst im größten Tutti-Getümmel nicht ins Dröhnen. Die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Markus Thiel
Bergamo, Teatro Donizetti, Anfang Dezember. Ein singuläres Theaterereignis. Und gleich mehrere Gründe, sich die Augen zu reiben. Ein Menschenalter hat es gedauert, bis Aldo Finzis einzige Oper zum ersten Mal gegeben wird. Für den hochbegabten, polyglotten Abkömmling einer jüdischen Familie aus Mantua, der 1897 in Mailand zur Welt kommt, ein Musikstudium am...
Ein Fisch! Endlich etwas auf dem Tisch. Satt werden Rodolfo und seine Kumpanen davon bestimmt nicht, aber was tut’s. Ein munteres Völkchen, diese Pariser Lebenskünstler, auch mit leerem Magen. So zeigen es uns viele Inszenierungen von Puccinis La Bohème, auch jene von Davide Livermore in Valencia. Seine turbulente Personenführung macht den Leuten Laune. Bei Mimìs...
Ein neuer Konzertsaal, wie mancher schon frohlockte, wurde damit nicht gefunden. Zu trocken, zu direkt die Akustik, auch müsste manches aufgehübscht werden. Trotzdem: Die Alte Kongresshalle mit ihrem Furnierholzschick der Fünfziger hat Charme – und taugt als provisorischer Spielort für diese Produktion. Bei seiner Wanderung durch Münchner Exilspielstätten ist das...
