Arm, aber glücklich?
Ein Fisch! Endlich etwas auf dem Tisch. Satt werden Rodolfo und seine Kumpanen davon bestimmt nicht, aber was tut’s. Ein munteres Völkchen, diese Pariser Lebenskünstler, auch mit leerem Magen. So zeigen es uns viele Inszenierungen von Puccinis La Bohème, auch jene von Davide Livermore in Valencia. Seine turbulente Personenführung macht den Leuten Laune. Bei Mimìs tragischem Tod am Schluss werden zwar einige Taschentücher aus den Abendtaschen geholt – doch sie verschwinden gleich wieder, denn schon in die Schlusstakte der Oper hinein ertönen die ersten Bravos.
Arm, aber glücklich? Das Sprichwort «Ein voller Bauch studiert nicht gern» fällt uns ein, ursprünglich wohl auf die Verdauungsmüdigkeit bezogen, aber verhängnisvollerweise durch die Jahrhunderte auch gern benutzt, um künstlerisch und geistig Kreative zu gängeln. So arbeiten unzählige (Frei-)Schaffende der bildenden, darstellenden und schreibenden Zunft für Honorare, für die (umgerechnet auf Stundenlöhne) die meisten Putzfrauen den Besen nicht aus der Ecke holen würden. Auch heute, im Zeichen der Krise – während Zocker, deren Tun die Welt an den Rand des Abgrunds drängt, in den Privatgaragen ihre Ferraris polieren.
Die Kleinen ...
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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Gerhard Persché
Er sei in der «vokalen Wellness-Diät des Liedgesangs» aufgewachsen und wolle diesem Genre, so gut es ginge, auch treu bleiben, um die Stimme frisch zu erhalten. Dies meinte James Rutherford, Bayreuths Hans Sachs bis 2011, vor zwei Jahren im Interview mit dem Schreiber dieser Zeilen. Von 2000 bis 2002 war Rutherford «New Generation Artist» der BBC und als solcher...
Herr Pirgu, Sie stammen aus Albanien. Nicht unbedingt das Land der Oper schlechthin!?
Bei uns war immer nur Diktatur.
Aus anderen kommunistischen Staaten sind viele Sänger hervorgegangen.
Aus Albanien kommen nur Geiger. Unser System war so. Schon in die Kindergärten wurden Mitglieder einer Kommission geschickt, um Talente auszusortieren. Ich war sechs Jahre alt, als...
Lange Zeit war in der Opernlandschaft Nordrhein-Westfalens Wuppertal die wichtigste Adresse für Salvatore Sciarrinos fragiles Musiktheater. Seit 2002 wurden dort nicht weniger als vier seiner Opern in zumeist exemplarischer Weise (in Koproduktion mit Schwetzingen) gezeigt, 2009 kam La porta della legge zur viel beachteten Uraufführung. Mit dem Niedergang des...
