Zandonai: Francesca da Rimini
Die ehemals Fürstbischöfliche Oper in Passau ist mit dreihundertdreißig Plätzen wohl eines der kleinsten öffentlichen Theater der Welt. Und doch bietet das von Stefan Tilch geleitete Haus ein von Händel über Verdi bis zu Strauss und Britten reichendes Programm, das es mit den «Großen» aufnehmen kann. Und jetzt Riccardo Zandonais «Francesca da Rimini», selbstverständlich auch dieses Stück in der Originalsprache! Die Aufführung ist vor allem hörenswert.
Denn mag die Inszenierung des Hausherrn in einem die Bühne verengenden, wenngleich raffiniert mit der Perspektive spielenden Guckkasten (Karlheinz Beer) arg hölzern wirken und symbolisch überfrachtet sein – was aus dem Graben tönt, macht ebenso staunen wie die Sängerin der Titelpartie. Sabine Türner beglaubigt in jedem Takt einen lebendigen Charakter, die Stimme ist bis in höchste Lagen hinein gut fokussiert, sie singt mit kontrollierter Intensität. Von Hause ein Mezzo, hat Sabine Türner bereits dramatische Partien wie Salome, Tosca und sogar die Siegfried-Brünnhilde bereits bewältigt. Karla Bytnarová braucht sich hinter ihrer Bühnenschwester nicht zu verstecken und überrascht mit sicherem Mezzo und schauspielerischem Profil.
Dane ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Herr Mölich-Zebhauser, wieviel Ihrer Arbeitszeit widmen Sie der Akquisition von Fördergeldern, wieviel der Kunst?
Als ich vor acht Jahren in Baden-Baden anfing und das Haus rote Zahlen schrieb, musste ich zwei Drittel meiner Zeit finanziellen Dingen widmen. Heute sind es nur noch vierzig Prozent.
Ist es nicht frustrierend, wenn man dauernd reiche Menschen umwerben...
Über dem Musiktheater in der Goldstadt Pforzheim liegt der Schatten der jeweils nur eine halbe Bahnstunde entfernten Konkurrenz in Karlsruhe und Stuttgart. Mit dem Mut der Verzweiflung fordert der Pforzheimer Opernchef und GMD Jari Hämäläinen die beiden Staatstheater auf deren ureigenstem Gebiet, der großen Oper, heraus. «Fidelio», «Tosca» und «Don Carlo» standen...
In Gelsenkirchen, das sich seit Jahren mit viel Engagement, aber wenig künstlerischer Fortune, der italienischen Belcanto-Oper des frühen Ottocento annimmt, kam Bellinis «Zaira» zu deutschen Erstaufführung, ja zur ersten Aufführung außerhalb Italiens überhaupt. Dem 1829 bei seiner Premiere in Parma durchgefallenen Werk liegt Voltaires zur Zeit der Kreuzzüge...
