Operntod am Valentinstag
Mimì strahlt. Frisch erwachte Liebessehnsucht zu Rodolfo steht ihr ins Gesicht geschrieben. Dabei müsste sie zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon eine Leiche sein, den Opernfilmtod ist sie bereits am Valentinstag gestorben. Ins melodisch verklärte Ende gehustet hat sich die moribunde Anna-Mimì, der die Kunst der Maskenbildnerei selbst die wonnige Kindshoffnung aus den rosigen Wangen wegschminken konnte, diesmal nicht im Pariser Quartier Latin oder wenigstens in einem berühmten Opernhaus, sondern in den Wiener Filmstudios am Rosenhügel.
Und soeben ist sie für die Café Momus-Szene, die danach gedreht wird, wiedererstanden.
Wir sind dort, wo sich Romy Schneider erstmals die Sissi-Haut überstülpte, die sie nie wieder loswurde. Nun lässt der Mann, der die immer noch lukrativen «Sissi»-Rechte hält, einen neuen Weihnachtsfilm entstehen. Der gebürtige Slowake Jan Mojto (59) glaubt fest an die Kraft der Oper. Und so hat der TV-Eventfilmproduzent («Napoleon», «Krieg und Frieden») aus der Konkursmasse von Leo Kirch dessen Opern- und Musikfilmsparte Unitel gekauft und sie nach Jahren der reinen Archivpflege im Zuge des DVD-Booms wieder zu Neuproduktionen aktiviert. Jetzt soll ein «La ...
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Ursula Nusser: Herr Mösch, stehen wir vor einer Karajan-Renaissance?
Stephan Mösch: Das würde ich nicht sagen. Solche Jubiläen haben ja immer viel mit medialem Geklingel zu tun. Ich denke, es ist wichtig, Karajan aus dem Abstand heraus zu sehen. Wir brauchen zu diesem hundertsten Geburtstag weder eine Verherrlichung noch eine Verdammung oder Verachtung Karajans....
Der Tarnhelm ist ein roter Zahnputzbecher. Durch ihn hat sich Alberich in einen Riesenwurm verwandelt – und auch der braucht keine grüne Schuppen, Bühnennebel und Bodenversenkung. Der Schauspieler Stefan Kaminski, von eher zierlicher Figur, steigt in Jeans und T-Shirt auf seinen Drehstuhl und schlägt sich wild auf die geschwellte Brust. Die junge...
Das Erlanger Markgrafentheater realisiert alljährlich ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Staatstheater Nürnberg und der Musikhochschule Nürnberg-Augsburg. Das Repertoire ist zumeist barock, die Musiker sind vorwiegend jung, inszenatorisch geht es eher heiter zu. Nach Purcell und Gluck widmete man sich in diesem Jahr einer bis jetzt in den Archiven schlummernden...
