Entdeckerfreuden
Es wird wohl das Spielzeit-Motto gewesen sein, das die Leitung des Trierer Theaters dazu bewegte, die deutsche Erstaufführung der Philip Glass-Oper «The Voyage» an Land zu ziehen. «welt.eroberung» lautete das Leitmotiv der zu Ende gehenden Saison an der Mosel, und dazu schien die Glass-Menagerie aus gestrandeten Astronauten, zweifelnden Wissenschaftlern und dem berühmtesten aller Entdecker, Christoph Columbus, genau die richtige Begleitmusik zu liefern.
Die Rechnung geht anfangs durchaus auf: Die Regisseurin und gelernte Choreografin Birgit Scherzer füllt die Lücken im Handlungsgerüst mit bildmächtigen Ballett- und Chorszenen und haucht so den vier miteinander verwobenen Entdecker-Geschichten das nötige Bühnen-Leben ein. Im Prolog schwebt ein Wissenschaftler im Rollstuhl hoch über der Bühne und formuliert den ewigen Widerspruch zwischen dem Bedürfnis des Menschen, neue Horizonte zu erforschen, und den damit verbundenen Gefahren und Risiken – derweil im Hintergrund die Ursuppe in Gestalt des agilen Chors brodelt.
Im ersten Akt entwickelt der Abend bemerkenswerte Faszination. Die Bruchlandung eines Raumschiffs auf der Erde, die Begegnung der Astronauten (Evelyn Czesla, Svetislav ...
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Opernwelt Juni 2011
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Dieter Lintz
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Eine Story wie aus einem Boulevard-Blatt: Ein Haus steht zum Verkauf. Nadja, deren Eltern kürzlich verstorben sind, führt die Interessenten in Begleitung des Maklers Axel Freund durchs Haus. Als Nachbarn enthüllen, dass hier Blut geflossen ist – Nadjas Mutter erstach ihren Mann, bevor sie sich selbst das Leben nahm, denn Nadja «stand wohl dem Vater zu nah» –...
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