Harmonie der Welt?
Musik und Zahlen? Tonkunst und Mathematik? Nie und nimmer, mag der Musikliebhaber denken, hat die hoch verehrte Muse etwas mit der schnöden, emotionslosen Welt des Rechnens zu tun, abgesehen vielleicht davon, dass Kunst ja auch bezahlt werden will.
Ist es nicht geradezu ein Schlagwort in der Debatte um die Kulturförderung, dass Kunst sich eben nicht rechnet, sich allenfalls für die Gesellschaft rentiert? Keine Frage, in einer Zeit, in der die Leiter von Kulturbetrieben infolge permanenter Mittelkürzungen eigentlich nichts anderes mehr machen, als zu rechnen, mag das Thema Musik und Zahl unangenehme Assoziationen hervorrufen. Einerseits. Es gibt aber auch Zeitgenossen, die davon überzeugt sind, dass sich nachgerade alle Phänomene der menschlichen Anschauung und eben auch oder sogar gerade die Musik, mit Zahlen in Verbindung bringen lassen, ja sogar durch eine verborgene zahlenmäßige Ordnung bestimmt sind. Sie denken dabei an organische Zahlenproportionen wie den goldenen Schnitt, der sich in der Pflanzenwelt, aber, wie aus der berühmten Darstellung Leonardo da Vincis bekannt, auch am menschlichen Körper studieren lässt. Auch die Form von Kristallen oder die Laufbahn von ...
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