Cecilia Bartoli auf neuen Pfaden

Zürich, Händel: Semele

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Maître Ponnelle hat’s vorgemacht. Er war der Weltmeis­ter, ein global player im Vermarkten seiner Inszenierungsideen. Robert Carsen kann’s aber auch. Der kanadische Regisseur hatte Händels «Semele» 1996 für Aix-en-Provence konzipiert, die English National wie die Vlaamse Opera und Köln hingen koproduzierend dran. Jetzt folgte Zürich. Doch dort wurde ein ganz ­beson­derer Trumpf aufgefahren. Er heißt Cecilia Bartoli. Sie zieht, Reprise hin oder her, mit ihrem Rollendebüt die internationale Aufmerksamkeit auf sich und ihr Lieblingshaus.

Obendrein singt sie zum ersten Mal auf Englisch. Und wie!
Bartoli gurrt und girrt, sie schmollt und mauert. Dies vor allem, wenn die thebanische Prinzessin ihren Galan Jupiter nicht nur in seiner menschlichen, sondern endlich auch in seiner eigentlichen göttlichen Gestalt erblicken will. Zu diesem tödlichen Begehren hat Juno  dieses Biest von einer eifersüchtigen Gattin angestachelt. Semele verglüht. Allerdings haucht sie ihr Leben in bewegenden Accompagnato-Tönen aus, und Bartoli entfesselt alle ihre vokale Kunstfertigkeit. Wieder das lustvoll-kreatürliche Agieren, wieder der so gelöste wie intensive Tonfall ihres Singens, die («endless pleasure, ...

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Opernwelt März 2007
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Heinz W. Koch

Vergriffen
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