Oper als kultureller Brennpunkt
Monsieur Foccroulle, wenn Sie die dreizehn Jahre Ihrer Intendanz am Théâtre La Monnaie Revue passieren lassen – was war für Sie die wichtigste Erfahrung dieser Zeit?
Zweifellos die Uraufführung neuer Stücke. Die Entstehung eines Werks von der ersten Idee bis zur Bühnenreife zu begleiten, der Dialog mit Komponisten, Librettisten und Regisseuren über etwas, das nie zuvor zu sehen und zu hören war, das ist schon ein faszinierender Prozess.
Manchmal dauerten die Geburtswehen drei oder vier Jahre, sie konnten sich aber auch – wie im Fall von Luca Francesconis «Ballata» – über zehn Jahre hinziehen. Wenn man dann noch spürt, dass das Publikum hinter einer solchen Öffnung des Repertoires steht, ist die Freude natürlich groß. Ich könnte ohne Mühe zehn an La Monnaie uraufgeführte zeitgenössische Produktionen nennen, die eine sehr positive Resonanz hatten. Es ist hier mittlerweile kein Problem mehr, zwei Uraufführungen pro Saison anzubieten. Ich glaube, dass diese kontinuierliche Zusammenarbeit mit lebenden Komponisten und anderen Künstlern dem Haus eine neue Identität gegeben hat. Und ich bin fest davon überzeugt, dass eine solche Zusammenarbeit immense Chancen für die Zukunft der ...
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