Impulse
Im Jahr 2005 erschien die erste Ausgabe der Zeitschrift «Wagnerspectrum». Was damals angekündigt wurde, hat sich in den zehn bislang erschienenen Heften zweifellos bewahrheitet: «Wagnerspectrum» ist zu einem Forum für die interdisziplinäre und internationale Wagner-Forschung geworden. Zum zentralen Forum mithin, dessen Sachbezogenheit und Themenbreite eine Conditio sine qua non markiert, die in der ausufernden Wagner-Literatur (die leider nur selten mit Wagner-Forschung zu tun hat) bei Weitem nicht selbstverständlich ist.
Musik-, theater- und kulturwissenschaftliche Fragestellungen wechseln sich ab. Von «Heften» zu sprechen ist irreführend. «Wagnerspectrum» erscheint zweimal jährlich in Buchformat; die letzte Ausgabe (2/2009) hat 300 Seiten, und sie ist nicht einmal die umfangreichste unter den bisher veröffentlichten. Jede Ausgabe versucht den Spagat zwischen neuesten Aufsätzen ausgewiesener Fachwissenschaftler und Texten, die sich an den interessierten Wagner-Freund wenden (darunter Interviews, Platten- und Buchbesprechungen). Zu den Themen, die «Wagnerspectrum» bisher, durchaus kontrovers, gebündelt hat, gehören «Regietheater», «Wagner und der Buddhismus», «Wagner und Fantasy» ...
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Herr Loebe, die ersten fünf Frankfurter Premieren in Ihrer Verantwortung waren Schuberts «Fierrabras», Brittens «The Turn of the Screw», Schrekers «Schatzgräber», Strauss’ «Frau ohne Schatten» und «Walzertraum» von Oscar Straus. Das Publikum hat diesen Mut offenbar honoriert. Wie haben Sie die Wende geschafft?
Wenn es kritisch wird, ist die Flucht nach vorn das...
Schon 1955 wies Theodor W. Adorno in «Das Altern der Neuen Musik» auf die Gefahr dogmatischer Verfestigung des «Serialismus» in der Darmstädter Schule hin, die manchen, wie etwa Henze, als ästhetische Zwingburg des Avantgarde-Radikalismus erschien. Wobei die monolithische Wucht der Institution sicher überschätzt wurde. So einig waren sich damals Stockhausen, Nono...
Mescalina ist längst tot. Da schneidet ihr Nekrotzar in Calixto Bieitos blutigem Freiburger «Grand Macabre» noch ein Ohr ab und steckt es in den Mund. Eine fast identische Szene hatte es wenige Wochen zuvor mit anderen Beteiligten in Bieitos Basler Inszenierung von Janáceks «Aus einem Totenhaus» gegeben. Dort trug der Lageraufseher einen Pelzmantel, den man bereits...
