Strauss. Ariadne auf Naxos
Wer hätte das gedacht? Da thematisiert ein Regisseur dezent, aber unübersehbar das Dritte Reich in einer Oper, die vorderhand nichts damit zu tun hat, und es macht, unabhängig von der realen Verstrickung des Komponisten Richard Strauss mit der Nazi-Diktatur, tatsächlich Sinn.
Und wer hätte gedacht, dass der heldisch-euphorische Schluss von «Ariadne auf Naxos» auch musikalisch so gebrochen werden kann, dass am Ende nichts mehr verklärend klingt?
Robert Lehmeier, der am Landestheater Coburg schon mehrfach für Opernabende der Spitzenklasse gesorgt hat, ist etwas Seltenes gelungen. Seine Interpretation des gern als Leckerbissen für Kenner verkannten Stücks erreicht bestimmt nicht nur durch die Übertitelung mehr Zuschauer. Der direkte Draht entsteht dadurch, dass die ungemein präzise einstudierten Sängerdarsteller in der Künstlergarderobe des Vorspiels und im Opernteil (prägnante und stilsichere Ausstattung: Tom Musch) das Publikum sehr direkt anspielen. Die Zuschauer sind «der reichste Mann Wiens», der nicht nur die Auftritte der konkurrierenden Künstlertruppen finanziert. Haben nicht auch etliche sehr reiche und kunstsinnige Leute dem Führer viel Geld gegeben?
Der Gegensatz von ...
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