Nachts im Museum

Verdi: Aida
Liège | Opéra Royal de Wallonie

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Die Verwirrung der Gefühle hat der regieführende Intendant Stefano Mazzonis di Pralafera zu überwiegend zentralperspektivischen Symmetrien geordnet. Das sieht, in Jean-Guy Lecats quaderhaften Bildern, von Franco Marri differenziert ausgeleuchtet, nicht einmal übel aus, verleitet seine Figuren aber zu entsprechend gestischen Stereotypen. Arme ausbreiten, rechts, links. Die ziemlich disneymäßig originalägyptischen Priester, Krieger, Volkschoristen sowieso. Fäusteballen in Gruppen. So schauen wir in eine Art Westentaschen-Verona.

Doch das alles findet statt in der deutlich intimeren Opéra Royal de Wallonie, und Speranza Scappucci macht aus den begrenzten Überwältigungsmöglichkeiten qua Masse eine Tugend, setzt auf einen schlanken, durchsichtigen Klang. Die (seit der vergangenen Saison) musikalische Hausherrin geht es im Ganzen zügig an, arbeitet mit dem Orchester allerdings immer wieder feine, immer organische Ritardandi heraus. Schade, dass dabei manche Pause überspielt wird, da wäre, auch im Konzept Kammerspiel, noch eine Reserve an Spannung und Drama drin gewesen. Jedenfalls kann man sich an samtigem Streicherklang und schönen Einzelheiten (Englischhorn!) erfreuen.

«Aida» wird ...

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Opernwelt April 2019
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Holger Noltze

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