Schwarze Revue
Verdis «Aida» hatte schon immer das Zeug, Skandal und Sensation zu machen. An dem Hybrid aus kriegstrommelnden Massenszenen und intimem Kammerspiel hat sich manches Regieteam die Zähne ausgebissen. Auch Altmeister Dietrich Hilsdorf, von dem es heißt, er sei brav geworden, hat bereits vor 25 Jahren in Essen eine «Aida» abgeliefert, die zwar Kultstatus erreichte und bis vor Kurzem gespielt wurde, mit der er selbst aber nie zufrieden war. Nun hat Hilsdorf vom Bonner Premierenpublikum für seine ungleich schärfere neue «Aida» einen orkanartigen Beifallssturm ernten können.
Und das, obwohl die Bonner nicht gerade für ein extrovertiertes Temperament berühmt sind. Durch aktuelle politische Begleitumstände zeigen sie sich wohl offener als sonst für eine kritische Lesart. Ein Glücksfall, könnte man ketzerisch daraus schließen, dass die Bonner Oper gerade dann am besten ist, wenn sie am meisten unter Druck steht?
Das Timing dieser Premiere war perfekt, wenn auch so nicht geplant: Wieder einmal hat der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch dem Opernhaus mit Sparmaßnahmen und der unsinnigen Fusion mit der Kölner Oper gedroht, woraufhin Intendant Bernhard Helmich, dessen Neuausrichtung des ...
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Opernwelt April 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Regine Müller
Impressum
55. Jahrgang, Nr 4
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752266
Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 11.03.2014
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Ihr letztes Album hieß «Guilty Pleasures», sündiges Vergnügen ...
Ja, es ist mein schlechtes Gewissen. Denn die Titel sind gar zu schön. Zumindest gemessen an den üblichen, europäischen Kriterien. Die CD knüpft an mein Album «The Beautiful Voice» an, das vor fünfzehn Jahren eine Art Durchbruch für mich bedeutete. Zumindest hat es das Klischee gefestigt, das mir...
Stephan MÖSCH: Ich darf die Hausherrin zuerst ansprechen. Frau Sobotka, Sie haben kürzlich in einem Interview gesagt, ein Theater sei keine Demokratieanstalt, sondern nur hierarchisch zu führen. Da spricht natürlich eine Frau, die lange mit Ioan Holender zusammengearbeitet hat. Was bedeutet die These konkret für Sängerinnen und Sänger?
Elisabeth SOBOTKA: Sie...
