Schwarze Revue

«Aida» I: Dietrich Hilsdorf und Will Humburg rütteln Bonn mit einem Drama von Shakespeare’scher Wucht auf

Opernwelt - Logo

Verdis «Aida» hatte schon immer das Zeug, Skandal und Sensation zu machen. An dem Hybrid aus kriegstrommelnden Massenszenen und intimem Kammerspiel hat sich manches Regieteam die Zähne ausgebissen. Auch Altmeister Dietrich Hilsdorf, von dem es heißt, er sei brav geworden, hat bereits vor 25 Jahren in Essen eine «Aida» abgeliefert, die zwar Kultstatus erreichte und bis vor Kurzem gespielt wurde, mit der er selbst aber nie zufrieden war. Nun hat Hilsdorf vom Bonner Premierenpublikum für seine ungleich schärfere neue «Aida» einen orkanartigen Beifallssturm ernten können.

Und das, obwohl die Bonner nicht gerade für ein extrovertiertes Temperament berühmt sind. Durch aktuelle politische Begleitumstände zeigen sie sich wohl offener als sonst für eine kritische Lesart. Ein Glücksfall, könnte man ketzerisch daraus schließen, dass die Bonner Oper gerade dann am besten ist, wenn sie am meisten unter Druck steht?

Das Timing dieser Premiere war perfekt, wenn auch so nicht geplant: Wieder einmal hat der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch dem Opernhaus mit Sparmaßnahmen und der unsinnigen Fusion mit der Kölner Oper gedroht, woraufhin ­Intendant Bernhard Helmich, dessen Neuausrichtung des ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Regine Müller

Weitere Beiträge
Impressum

Impressum

55. Jahrgang, Nr 4
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752266

Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de

Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 11.03.2014

Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....

«Meine Stimme ist nicht schön»

Ihr letztes Album hieß «Guilty Pleasures», sündiges Vergnü­gen ...
Ja, es ist mein schlechtes Gewissen. Denn die Titel sind gar zu schön. Zumindest gemessen an den üblichen, europäischen Kriterien. Die CD knüpft an mein Album «The Beautiful Voice» an, das vor fünfzehn Jahren eine Art Durchbruch für mich bedeutete. Zumindest hat es das Klischee gefestigt, das mir...

«È Strano»

Stephan MÖSCH: Ich darf die Hausherrin zuerst ansprechen. Frau Sobotka, Sie haben kürzlich in einem Interview gesagt, ein Theater sei keine Demokratieanstalt, sondern nur hierarchisch zu führen. Da spricht natürlich eine Frau, die lange mit Ioan Holender zusammengearbeitet hat. Was ­bedeutet die These konkret für Sängerinnen und Sänger?

Elisabeth SOBOTKA: Sie...