Apropos... Operette
Herr Beczala, das Debüt-Album bei der Deutschen Grammophon hätten Sie doch auch Ihrem polnischen Landsmann Jan Kiepura widmen können.
Sie haben Recht! Jan Kiepura ist auch heute noch für jeden Polen der Tenor schlechthin. Wenn ich die CD stattdessen Richard Tauber gewidmet habe, so meine ich damit eine ganze Reihe von Tenören der damaligen Zeit, z. B. auch Peter Anders und Herbert Ernst Groh. Auch für Franz Völker war Operette noch ein ganz übliches Repertoire. Das gilt bis zu Nicolai Gedda und René Kollo. Erst heute scheint diese Tradition abgerissen.
Einen Titel singen Sie im Duett mit Tauber. Ist er Ihnen so wichtig?
Richard Taubers extreme Ausdrucksmittel machten ihn zu einem Pop-Star seiner Zeit. Die Schluchzer hat man ihm ebenso wenig zum Vorwurf gemacht wie Michael Jackson sein Fisteln. Es war übrigens gar nicht so einfach, die Rubati von Tauber vom Orchester übernehmen zu lassen. Er war einmalig!
Warum ist Operette so schwer?
Weil die Bandbreite der Dynamik und der Stimmungen größer ist als bei der Oper. Viele Tenöre haben Schwierigkeiten mit der Flexibilität in den Duetten und mit dem Wechsel zur Sprechstimme. Außerdem muss die Besetzung auf höchstem Niveau sein, sonst fliegt ...
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Opernwelt Mai 2013
Rubrik: Magazin, Seite 87
von Kai Luehrs-Kaiser
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