Zeitlos wertvoll

Aus dem BBC-Archiv: die Ersteinspielung von Webers «Euryanthe» unter Fritz Stiedry, ein Live-Mitschnitt von Mozarts «Le nozze di Figaro» unter Carlo Maria Giulini

Opernwelt - Logo

Dass die Archive der BBC noch viele vergessene Schätze bergen, erweist sich ein weiteres Mal mit der Veröffentlichung von Aufnahmen der Weber’schen «Euryanthe» (1955) und Mozarts «Le nozze di Figaro» (1961). Die Aufzeichnung von Carl Maria von Webers romantischer Oper – der Musik wegen heiß geliebt, des abstrusen Librettos wegen kaum auf der Bühne zu erleben – war eine wirkliche Pioniertat, erst 20 Jahre später kam das Werk «offiziell» unter Marek Janowski bei EMI auf Schallplatte heraus.

Dass der Text auf Deutsch, also in der Originalsprache gesungen wird, war damals in England keine Selbstverständlichkeit. Da lassen sich einige kleinere und größere Striche, vor allem im dritten Akt, verschmerzen.

Heute interessiert diese von Fritz Stiedry einfühlsam dirigierte Einspielung auch als ein veritables Tondokument mit Joan Sutherland, die in ihren Anfängen viel deutsches Repertoire sang, bevor sie sich auf Belcanto-Partien spezialisierte. Die Stimme klingt ausgereift und blüht auf; für die deutsche Romantik fehlt es dem Vortrag freilich an Wärme, auch ist die Diktion etwas verwaschen (ein Problem, das die Sängerin auch in ihrem italienischen und französischen Repertoire hatte). ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Ekkehard Pluta

Weitere Beiträge
Auf den Zahn gefühlt

Die Lösung scheint so naheliegend wie einleuchtend: «Was ist, wenn wir einfach den Zahn wieder in das Loch stecken?» Bis dahin hätte alles nur ein Slapstick-Scherz sein können: Ein kleiner Chinese, von Zahnschmerzen heimgesucht, erhält Hilfe von seinen Küchenkollegen im Asia-Restaurant «Der goldene Drache», die dem Geplagten in gutgemeinter Absicht Linderung...

Kolloraturen gegen die Apokalypse

Frau Kermes, Sie haben Ihre Kollegin Cecilia Bartoli vor Kurzem auf Twitter gedisst, wegen des Covers der «Farinelli»-CD, wo sie ausschaut wie Conchita Wurst …
Naja, Conchita Wurst gibt’s ja nicht mehr, sie ist längst wieder ein Mann mit kurzen Haaren. Außerdem hatte Farinelli nie einen Bart. Mir tut es einfach leid, weil viele Menschen sich darüber lustig machen....

Offen gestanden...

Frau Mattila, ist es Ihnen während einer «Lohengrin»-Vorstellung schon mal passiert, dass Sie die Elsa mitsingen wollten?
Nein, aber ich genieße die Szenen mit ihr, weil sie sich nun so anders anfühlen! Schöne Erinnerungen steigen da in mir auf. Ich mochte die Elsa sehr gern, als ich sie noch sang – allerdings wollte ich immer Ortrud sein. Ein spannender Charakter,...