Facetten der Fünfziger
Ein großes, etwas in Vergessenheit geratenes Kapitel Schallplattengeschichte schlägt die australische Dependance der Firma Universal auf, indem sie in der Reihe Eloquence überwiegend in den 50er-Jahren entstandene Aufnahmen der Decca neu auflegt. Einige erscheinen erstmals auf CD, ein großer Teil war nur kurzzeitig oder überhaupt nicht auf dem deutschen Markt erhältlich. Vor allem bei den Recitals gibt es da noch manche Entdeckung zu machen.
So wurden Mono-Gesamtaufnahmen aus dem Katalog verdrängt, als die Decca die Opern mit teilweise identischen Protagonisten in Stereo neu produzierte. Die «Pioniere» haben aber noch heute einigen Sammlerwert, da sie die damals neuen Stars wie Mario del Monaco und Renata Tebaldi in der ersten Blüte ihrer Karriere dokumentieren und sie zugleich mit einigen Gesangsgrößen aus der Gigli-Ära konfrontieren. Im Falle von «Cavalleria rusticana»/ «Pagliacci» hinterlassen die Veteranen allerdings den stärkeren Eindruck. Del Monaco konnte 1954 zwar mit entspannten Stentortönen aufwarten, doch singt er vor allem den Part des Turridu in einem Einheitsforte durch. Elena Nicolai ist eine passionierte, aber nie larmoyante Santuzza, Clara Petrella porträtiert ...
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Opernwelt November 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 36
von Ekkehard Pluta
Einst an den Rand gedrängt, ist die Moderne nun fest verankert im Programm der Bregenzer Festspiele. Neben Otto M. Zykans «Staatsoperette» stand diesmal sogar eine zweite zeitgenössische Oper auf dem Programm: Miroslav Srnka vertonte in «Make No Noise» (2011) den brisanten Stoff eines Films, der die zufällige Begegnung zweier traumatisierter Menschen thematisiert,...
Jens Schroth und ich lernten uns im Sommer 2001 bei der Vorbereitung von Helmut Lachenmanns «Mädchen mit den Schwefelhölzern» in Stuttgart kennen – eine Produktion, bei der viele junge Neue-Musik- und Opernbegeisterte zum ersten Mal zusammentrafen. Er, als Lachenmann-Schüler, übernahm die Steuerung der Taktzählung auf den Monitoren, ich war junger...
«Manon» sei keine rührselige Geschichte, da gehe es hart zur Sache, gerade was die Sexualität betreffe. Der das sagt, ist der Regisseur Olivier Py, und er beruft sich dabei auf die Vorlage zu Jules Massenets Oper, auf den Roman des Abbé Antoine-François Prévost von 1731. Entsprechend deftig erscheint «Manon» in der Produktion, die das Genfer Grand Théâtre in seinem...
