«Samson et Dalila» in St. Gallen

Opernwelt - Logo

Wer zwischen München und Zürich Oper erleben möchte und bislang in Bregenz Station machte, kommt künftig am kleinen St. Gallen nicht vorbei: In der Ostschweiz finden seit nunmehr vier Jahren die St. Galler Festspiele statt, die ihren Kinderschuhen längst entwachsen sind. Einen einmaligen Schauplatz besitzt das 14-tägige Festival in dem Klosterhof vor der St. Galler Kathedrale mit ihren mächtigen zwei Türmen, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Opern mit inhaltlichem Bezug zum Klosterplatz möchte man bringen.

Diesem Anspruch wurde in diesem Sommer Camille Saint-Saëns’ «Samson et Dalila» auf überzeugende Weise gerecht: Unter freiem Himmel, in magischer Kulisse, zog das Stück um sinnliches Verlangen und religiöse Entsagung mit seinen tableauxartigen Chorszenen in Bann; die Premieren-Ränge waren voll besetzt.
Elena Maximova verführte als Dalila mit glutvollem Alt und vibrierender erotischer Präsenz, der Ian Storey als Samson mit seinem strahlendem Tenor alsbald erlegen war. Beachtlich auch die Leistung des Sinfonieorchesters St. Gallen, das unter der Leitung des jungen Sébastien Rouland, einem Eleven Marc Minkowskis, transparent und tänzerisch agierte. Auch Regisseur Stefano Vizioli ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2009
Rubrik: Magazin, Seite 93
von Susanne Schmerda

Vergriffen
Weitere Beiträge
Zwischen den Zeiten

Vor Danzigs neuester und bewegendster Sehenswürdigkeit halten keine Touristenbusse. Überhaupt kommen kaum Leute dorthin. Vor den Wällen der alten Stadtbefestigung, eingekeilt zwischen Busbahnhof und Stadtautobahn, liegt der «Friedhof der nichtexistierenden Friedhöfe». Ein kleines Stück Ruhe inmitten des Verkehrsgetümmels. Buchen und Eichen, dazwischen Steinsäulen,...

Anselm Kiefer meets Jörg Widmann

Herbstlaub, Asche, Staub. Acht betongraue Himmelstürme ragen in den Schnürboden. Bleischwer ist die Luft, von den Klagelauten aus den Büchern Jesaja und Jeremia und vom Gehämmer der Trümmerfrauen. Alles schmeckt hier nach Apokalypse, nach Endzeit – die Sprache, die Geräusche, die Musik, der Raum. «Am Anfang» hat Anselm Kiefer seine Installation für die Pariser...

Am Klavier geweint

Il grande cacciatore. Irgendwie erinnert die stete Jagd Giacomo Puccinis (der im Übrigen auch echtes Wild mit großer Begeisterung erlegte) nach Frauenliebe an Max Frischs Schauspiel «Don Juan oder Die Liebe zur Geometrie», in dem der Titelheld an der Einsicht reift, wirkliche Erfüllung im realen Leben nicht finden zu können, und sich deswegen in die Geometrie...