Anselm Kiefer meets Jörg Widmann
Herbstlaub, Asche, Staub. Acht betongraue Himmelstürme ragen in den Schnürboden. Bleischwer ist die Luft, von den Klagelauten aus den Büchern Jesaja und Jeremia und vom Gehämmer der Trümmerfrauen. Alles schmeckt hier nach Apokalypse, nach Endzeit – die Sprache, die Geräusche, die Musik, der Raum. «Am Anfang» hat Anselm Kiefer seine Installation für die Pariser Opéra Bastille genannt. Jörg Widmann lieferte die Musik, sorgte als Dirigent und Solo-Klarinettist für die Klangspuren in Kiefers wüstem Land.
Steckt nicht in jedem Anfang schon das Ende aller Tage? Trägt nicht jeder Aufbruch bereits den Keim des Zusammenbruchs in sich? Mit einer dystopischen Theatervision irgendwo zwischen Performance, tableau vivant und azione scenica hat Gerard Mortier nach fünf Jahren seine Intendanz an der Opéra National in Paris ausklingen lassen und zugleich an das zwanzigjährige Bestehen des 1989 eröffneten Hauses an der Place de la Bastille erinnert. Wohltuend ohne Glanz und Gloria.
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