Erotik mit Blaskapelle
Da scheint einer Fuß zu fassen. Eine ästhetisch sehr bewusste Art, Oper zu machen, scheint in Zürich angekommen zu sein. Die Zustimmung, zumindest in den Premieren von Andreas Homokis Team, ist bemerkenswert. Das bedeutet auch: Ein stets als etwas genusssüchtig eingestuftes Publikum bewährt sich vor den Ansprüchen, die die neue Intendanz stellt. Mag sein, dass das auch daran liegt, dass Homoki bislang noch nicht mit dem Kopf durch die Wand wollte.
Auch bei seiner zweiten eigenen Inszenierung nach dem «Holländer» nicht: Dmitri Schostakowitschs «Lady Macbeth von Mzensk» in der Urfassung. Die Aufführung ist in weiten Teilen brillant. Sie erzielt so manche mitreißende «Massen»-Bewegung – und das auch dank Ernst Raffelsbergers exzellentem und spielfreudigem Chor.
Kein Mühlenhof, kein Wohnhaus, keine Polizeistation, kein Waldsee: Hartmut Meyer schuf eine abstrakte Bühne mit Hintergrundaufgang – eine Bühne, die etwas Klaustrophobisches an sich hat. Keine Örtlichkeit, schon gar keine Realismus-Pusselei. Darin seltsame Riesenluken, die sich mit ebenso riesigen Kugeln verstopfen lassen. Ein angerosteter, fensterloser Wohnkasten. Wer oben draufsteht, hat das Sagen: Die Metallleiter hinauf ist ...
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Opernwelt Juni 2013
Rubrik: Panorama, Seite 55
von Heinz W. Koch
Bei Premierendaten Angabe der Namen in folgender Reihenfolge:
Musikalische Leitung, Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme - Solisten
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
Mat. = Matinee
N. = Nachmittagsvorstellung
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
> Dvorák, Requiem (Beaujean): 1.
> Simon Boccanegra: 2. (N.)
> Rossini, Il barbiere di Siviglia:...
Die in Israel geborene Chen Reiss gehört zu den aufsteigenden Sopranistinnen im lyrischen Fach. Sie bringt alle Qualitäten mit, die man braucht, um ein Darling des Betriebs zu werden: eine silbrige Sopranstimme und das, was man heute als «glamorous looks» bezeichnet. Ihr viertes Recital (im Zeitraum von drei Jahren) ist, wie heute offenbar obligatorisch, ein...
Er war eine Instanz. Die Instanz. An ihm kam kein Impresario, kein Komponist vorbei, der im 18. Jahrhundert auf Ruhm und Reichtum spekulierte. Poeta Cesareo der Habsburger, Staatsdichter Karls VI. und Maria Theresias. Wenn das höfische Musiktheater einen «Weltstar» hinter den Kulissen hatte, so war es der Römer Antonio Trapassi. Unter dem Namen Pietro Metastasio...
