Filmreif
In den letzten Jahren seines Lebens dachte Leos Janácek viel über die Unsterblichkeit nach. Vom Zyklus des Werdens und Vergehens erzählt seine drittletzte Oper «Das schlaue Füchslein». Die letzte, «Aus einem Totenhaus», beleuchtet die Sehnsucht nach Überleben im Schreckensalltag eines Lagers. «Die Sache Makropulos», sein vorletztes Bühnenwerk, behandelt den Traum vom ewigen Leben auf Erden, der sich letztlich als Alptraum entpuppt.
Die Titelheldin, Elina Makropulos alias Emilia Marty, hat dank eines Elixiers von ihrem Alchemisten-Vater schon über 300 Jahre auf dem Buckel, doch nun lässt die Wirkung nach. Am Ende kann sie sich das Rezept beschaffen, könnte also weiterleben mit dem sagenhaften Stoff. Aber sie verzichtet freiwillig. Weil sie genug hat von Langeweile, Ekel und all den Einsichten in die Abgründe menschlichen Verhaltens. Der Zauberzettel landet im Feuer – Erlösung durch Sterbenkönnen.
Der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó hat sich bereits in einem Kinofilm mit dem Thema «künstliches Leben» beschäftigt: «Tender Son – Das Frankenstein Projekt» (frei nach Mary Shelley). Janáceks Oper überschreibt er an der Vlaanderen Opera nun mit einem anderen populär gewordenen ...
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Opernwelt November 2016
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Christoph Schmitz
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