Risiko und Verantwortung
Wenn man als Operndirektor eine junge Sängerin, die im internationalen Geschäft noch keinen Namen hat, mit der Titelpartie in Puccinis «Madama Butterfly» betraut und davon überzeugt ist, dass sie diese Partie nicht nur am Premierenabend, sondern im Laufe der Saison zwanzigmal singen und spielen kann, wird einem von verschiedener Seite viel Mut zum Risiko attestiert.
Aber war es wirklich ein Risiko oder doch eher eine logische Entwicklung, die von einem absehbaren Erfolg gekrönt wurde?
Kennengelernt hatte ich Svetlana Ignatovich bereits in der ersten Basler Neuproduktion, für die ich Mitverantwortung trug. Wir besetzten die junge Studentin der «Musik-Akademie der Stadt Basel – Hochschule für Musik» mit der kleinen Partie der Nicoletta in Prokofjews Oper «Die Liebe zu den drei Orangen», und ich fragte sie damals, ob sie für unser Opernstudio «OperAvenir» vorsingen wolle. Sie kam, sang und siegte, und damit hatten wir sie ein Jahr im geschützten Rahmen des Studios unter strenger Beobachtung. Mit Studienleiter David Cowan und unseren Korrepetitoren stellen wir am Theater Basel Nachwuchssängern im Opernstudio ein Team zur Seite, das mit viel Engagement und auf hohem musikalischem Niveau ...
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50 Jahre «Opernwelt» und «Theater heute»: Das haben wir zum Anlass genommen – nicht für einen Festakt, sondern für ein Fest. Es fand am 28. August im Berliner Schiller-Theater statt, einem Ort, der durch seine Geschichte mit dem Schauspiel und durch seine Zukunft mit der Oper verbunden ist. (Seit Oktober 2010 spielt dort die Berliner Staatsoper, danach wird ihn die...
Herr Metzmacher, im Programmheft zur Salzburger Uraufführung von Wolfgang Rihms «Dionysos» beschreiben Sie Ihren ersten, vorsichtigen Kontakt mit der neuen Partitur. Wovor haben Sie in einer solchen Situation am meisten Angst?
Vor gar nichts. Ich bin nur neugierig. Im Falle von «Dionysos» kam die Partitur schubweise. Es war jedes Mal sehr spannend zu sehen, wie sich...
Ist die Guckkastenbühne des 18. und 19. Jahrhunderts ein Auslaufmodell?
Ich komme gerade aus Italien, wo Hunderte herrlich altmodischer Theater- und Opernhäuser leer stehen oder totgespart werden. Mein Lieblingstheater ist das Teatro Olimpico von Palladio in Vicenza: ein oval in die Breite gezogenes Amphitheater im antiken Sinne. Ein archaisch zeitloser herrlicher...
