Anfang und Ende
«Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende», lautet der 13. Vers des 22. Kapitels der Offenbarung des Johannes. Auf ihn bezieht sich der Titel «… 22,13 …», den der 1964 in Paris geborene Mark Andre seiner 2004 entstandenen «Musiktheater-Passion» gegeben hat. Andres Apokalypse ist eine leise. Eine extrem leise sogar – mit vielen Phasen der Stille, aus der die wenigen, vom Schlagzeug dominierten Eruptionen umso brutaler herausbrechen. Dabei lebt das Leise bei Andre von der vielfach abgestuften Intensität der Spannungen zwischen Tönen.
Faszinierend, wie in der vorliegenden Aufnahme vokale, instrumentale und elektronische Klänge bis zur Ununterscheidbarkeit verschmelzen. Instrumental dominieren in «… 22,13 …» die dunklen Farben: Celli, Bässe, Bassklarinetten, Fagotte, Posaunen. Diese tiefen Instrumente eignen sich wegen ihrer Obertonspektren besonders für elektronische Verwandlung in Realzeit, für die Andre gemeinsam mit den Spezialisten vom Freiburger Experimentalstudio eine eigene Software entwickelt hat. Die menschlichen Stimmen hingegen bewegen sich vornehmlich in der hohen Lage, artikulieren vor allem auf unterschiedlichste Arten Vokale. Außerdem ...
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Opernwelt April 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Bücher, Seite 21
von Jörg Hillebrand
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