Markante Profile
Vierzig Millionen Euro haben sich die Bregenzer Festspiele die Sanierung ihres 1980 eröffneten Großen Hauses kosten lassen. Pünktlich zum sechzigjährigen Festspieljubiläum ist sie nach nur zehnmonatiger Bauzeit abgeschlossen worden – ein architektonisches Lifting, das sich sehen lassen kann. Nicht nur die bisher separierten Baukörper von Seebühne, Großem Saal, Werkstattbühne und vitrinenhaftem Foyer erscheinen numehr als harmonisches Ensemble.
Bezieht man zudem den neu gestalteten Vorplatz ein, bildet die Achse mit der Seepromenade bis hin zu Peter Zumthors markant aufragendem Kunsthaus-Kubus am anderen Ende einen beeindruckenden städtebaulichen Akzent.
Das Bregenzer Büro Helmut Dietrich und Nuch Untertrifaller hat eine erfreulich kommunikative Architektur geschaffen. Der Gebäudekomplex öffnet sich sowohl zum See wie auch zum Platz hin als ein Haus, das die Besucher einlädt, es auch innen zu inspizieren. Alles ist freundicher, lichter, heller, großzügiger geworden, bietet sowohl Publikum wie Technikern und Künstlern mehr Komfort. Dem früheren massiven Bauklotz scheint alle Schwere und Wucht genommen, eine geradezu spielerische Grazie und Heiterkeit vermittelt den Eindruck ...
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Opernwelt September/Oktober 2006
Rubrik: Im Focus, Seite 36
von Horst Koegler, Alexander Dick
Coline Serreau, hierzulande durch den Film «Drei Männer und ein Baby» und den Theater-Hit «Hase, Hase» bekannt geworden, ist als Multitalent das etwas tiefgründigere französische Pendant zu Doris Dörrie. Wer Serreaus Filme kennt, die immer von einer starken Musikalität getragen sind (ohne dass Musik in ihnen eine Rolle spielt), wird ihren Ausflug zur Oper kaum...
Das Erdbeben ereignete sich nicht nur in den Straßen von Paris, sondern auch auf den Opernbühnen. Die Französische Revolution hinterließ eben überall ihre Spuren. Vielleicht am deutlichsten bei François-Joseph Gossec, nicht nur weil er während der Revolutionsjahre mit etlichen Ämtern und Pöstchen bekleidet wurde – er war Vorsitzender des Comité de lecture an der...
Schon die Anfahrt ist etwas Besonderes: Das Auto muss an der Landstraße zurückbleiben oder auf einer Wiese parken, denn die Reithalle von Gut Immling, Schauplatz der zehnten Saison des Opernfestivals Chiemgau, liegt auf einer sanften Anhöhe im Wald (was zur etwas großspurigen Bezeichnung als Bayerns zweitem Grünen Hügel führte) und ist nur per Sonderbus auf...
