Die Fackeln lodern schon
Anhaltisches Theater Dessau bleibt», steht auf einem großen Transparent am Portal des monumentalen Hauses, das der «Führer» einst der Stadt geschenkt hat. Oje, denkt man, wenn Berliner Hausbesetzer die Parole ausgegeben, dass irgendetwas «bleibt» – dann steht die Räumung meist unmittelbar vor der Tür. Zum Glück folgt auf dem Dessauer Transparent der Zusatz: «… was wir lieben».
Aber wie lange die Dessauer ihr Theater noch lieben können, ist unsicher angesichts einer katastrophalen Kürzung der Förderung durch das sachsen-anhaltische Kulturministerium von acht auf fünf Millionen Euro schon zum Januar 2014. Der beste Protest dagegen: Qualität zeigen. Zum Beispiel mit der neuen «Norma»-Inszenierung von Intendant André Bücker, der zeitgleich auch Ibsens «Nora» auf die Bühne bringt: zwei Frauen fast gleichen Namens, die beide Normen und Erwartungen verletzen.
Norma tut dies bekanntlich, indem sie in Liebe zum Prokonsul Pollione entflammt – dem römischen Feind. Angelina Ruzzafante zeigt darstellerisch keine großen Gefühlsregungen. Aber das passt auch zu dieser Figur, die zwar zerrissen wird von Pflicht und Neigung, diese Konflikte aber bei aller Bitterkeit, aller Rachsucht nicht nach ...
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Opernwelt Dezember 2013
Rubrik: Panorama, Seite 35
von Udo Badelt
Das Gold glänzt, doch sein Glanz ist trügerisch. Hinter dem schönen Schein verbergen sich unselige Machtspiele: die Heuchelei der Kirche, die Selbstherrlichkeit des Militärs, die unzählige Opfer fordert. Damit die Fassade schön strahlt, wienern Reinigungskräfte mit Wischmob, Staubwedel und Putztuch an Tempel und Palast herum. Immer, wenn sich der Vulkantempel dreht...
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Regisseur Dietrich Hilsdorf gilt als Meister der atmosphärisch dichten Chortableaus. Keine Frage, die Bewegung größerer Personalmassen beherrscht er virtuos. Aber er läuft auch dann zu Hochform auf, wenn er auf Millimeterpapier Kammerspiele austüfteln kann. Beide Talente hat er nun in einem großen Wurf an der Kölner Oper am Dom vereint: 32 Jahre nach seinem Debüt...
