Da Pontes bestes Stück

Neuerscheinungen von Martín y Soler und José de Nebra

Opernwelt - Logo

«Dieses Drama ist nach meiner Meinung das Beste, was ich je gedichtet habe, sowohl hinsichtlich des Stoffes und der Handlung als auch hinsichtlich der Verse. Es ist wollüstig, jedoch nicht lasziv, und erregt von Anfang bis Ende die Anteilnahme des Publikums. Den Beweis dafür erbrachten hundert in kurzer Zeit erfolgte Aufführungen.» So schreibt Lorenzo da Ponte in seinen Memoiren – allerdings nicht über sein Libretto zu «Don Giovanni», sondern über den zweiten Operntext, an dem er 1778 arbeitete: Den «Baum der Diana» für den Spanier Vicente Martín y Soler.

Das sieht die Welt heute zwar etwas anders, aber in den letzten Jahren ist – als erfreuliche Begleiterscheinung der aufblühenden spanischen Alte-Musik-Szene – das Interesse an Mozarts erfolgreichstem Konkurrenten sprunghaft gewachsen: Neben der (im «Giovanni» zitierten) «Cosa Rara» liegen inzwischen auch die vor Martíns Wiener Zeit entstandene «Ifigenia» und die späte, für London komponierte «Capricciosa corretta» auf CD vor. Dass jetzt endlich auch der «Arbore di Diana» greifbar ist, füllt nicht nur eine wichtige Lücke in der Werkchronologie des Valencianers, sondern beweist erneut das faszinierend produktive Konkurrenzklima des ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Medien/CD/DVD, Seite 18
von Jörg Königsdorf

Weitere Beiträge
Kontrollierter Wahnsinn

Auf dickbäuchigen, polierten Granitsäulen ruht das Gewölbe des Antwerpener Opernrestaurants, einer Mischung aus Ratskeller und Edelschwemme, Biergläser knallen auf verzinkte Tresen, man kann sich nur brüllend verständigen. Selbst nach einem großen Opernereignis wie Rossinis «Semiramide» – denn immer ist diese hypertrophe Herausforderung ans Stimmen- und...

Auf der Schwelle zur Großen Oper

Schon seit Jahren ist das Interesse an Giacomo Meyerbeers frühen Opern in stetem Wachsen begriffen. Wiederaufführungen von «Semiramide», «Margherita d’Anjou», «Il crociato in Egitto» sowie der szenischen Kantate «Gli amori di Teolinda» auf der Bühne, im Konzertsaal und im Tonstudio gerieten immer wieder zu beein­druckenden Erlebnissen und beglü­ckenden Erfahrungen,...

Kinderoper statt tragédie lyrique?

Luigi Cherubini? Auch die Fachwelt erinnert sich des Florentiners aus Paris nur sporadisch. Dabei hatte der zu seiner Zeit fast allmächtige Komponist und Direktor des Pariser Conservatoire im letzten Jahr seinen 250. Geburtstag. Sic transit gloria mundi – tatsächlich ist der Ruhm dieser nicht zuletzt für die Entwicklung des modernen Sinfonieorchesters so wichtigen...