Alle gegen einen, eine gegen alle

Christoph Meyer beginnt seine Intendanz an der Deutschen Oper am Rhein – mit Neuproduktionen von Brittens «Peter Grimes» und Strauss’ «Salome»

Opernwelt - Logo

Christoph Meyer, der neue Intendant der Deutschen Oper am Rhein, hat seine erste Spielzeit mit zwei Paukenschlägen begonnen: Benjamin Brittens «Peter Grimes» im Opernhaus Düsseldorf und Richard Strauss’ «Salome» im Theater Duisburg. Musikalisch liegen zwischen Brittens sprödem Bekenntniswerk und Strauss’ mit der tödlichen Präzision eines Uhrwerks ablaufendem Fin-de-Siècle-Schocker Welten. Und doch haben die beiden Stücke mehr miteinander gemein, als es scheint.

Wenigstens legen dies die Inszenierungen nahe, die Meyer wagemutig zwei Regisseuren der jüngeren Generation anvertraut hat.

Düsterer Alptraum

Regisseur Immo Karaman lässt sich auf die vielen naturalistisch ausgepinselten Details von Brittens erfolgreichster Oper erst gar nicht ein, sondern konfrontiert uns in Kaspar Zwimpfers kargem, bedrohlichem Bühnenbild – einer surrealistisch überdrehten Collage aus Fenstern, Türen und Schiffsluken – mit einem düsteren Alptraum. Dabei nimmt eine Tür symbolische Bedeutung an und bindet die Ereignisse schicksalhaft zusammen. Vor ihr steht Grimes im Prolog während der Gerichtsverhandlung um den Tod seines Lehrjungen. Durch sie stürzt der nächste Junge in den Tod. Am Ende deckt sie die Gruft, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2009
Rubrik: im focus, Seite 12
von Uwe Schweikert

Vergriffen
Weitere Beiträge
100 Jahre Stadttheater Hildesheim

Eine der traditionellsten und traditions­belastetsten Fest­opern sollte es sein zum 100. Geburtstag. Zweifel waren angebracht, ob «Die Meistersinger von Nürnberg» Dimen­sionen und Möglichkeiten des Hildesheimer Stadttheaters (das vor ­einiger Zeit im «Theater für Niedersachsen» aufging) nicht sprengen würden. Ein Haus, das derzeit mit knapp über dreißig...

„In lichten Höhen”

Sigrid Neef ist eine Überzeugungstäterin in Sachen Rimsky-Korsakow. Schon vor einem Vierteljahrhundert räumte sie in ihrem «Handbuch der russischen und sowjetischen Oper» den Bühnenwerken des hierzulande hauptsächlich als Schöpfer der sinfonischen Dichtung «Scheherazade» bekannten Nikolai Rimsky-Korsakow einen zentralen Platz ein. Später hat sie zu dem von Ernst...

Die Zukunft hat begonnen

Den neuen Stil merkt man auf den ersten Blick: «Menschen gestalten – Zukunft bewegen», heißt es in großen weißen Lettern über der Bühne des Dessauer Theaters. Nachdem das Haus unter der Leitung von Johannes Felsenstein eine Trutzburg konservativer Repertoirepflege war, setzt das neue Leitungsteam auf Regietheater mit Aktualitätsanspruch. Auf den Tag der deutschen...