Natürlichkeit ist harte Arbeit
Herr Terfel, Sie sind einer der erfolgreichsten Sänger überhaupt. Woher kommen die Gerüchte, Sie wollten Ihre Karriere aufgeben?
Vor einiger Zeit habe ich für ein Jahr meine Opernaktivitäten ausgesetzt, um mich auf Lied und Oratorium zu konzentrieren – Oper kostet viel Zeit. Und mit 45 war ich tatsächlich an einem Punkt, an dem ich darüber nachgedacht habe, mich ganz von der Bühne zurückzuziehen. Das habe ich damals allerdings öffentlich nie ausgesprochen.
Und zum Glück hat sich die Stimme so gut entwickelt, dass ich mich heute auf ganz unterschiedlichen Gebieten ausprobieren kann.
Sie möchten nicht zu viel arbeiten, oder!?
Genau. Ich bin ein lyrischer Bariton, singe in letzter Zeit aber viel Wagner. Das ist gar nicht leicht, denn es bedeutet, mit noch mehr Bällen gleichzeitig zu jonglieren. Es gibt auch etliche Rollen, mit denen ich mich nicht ganz wohlfühle. Scarpia in «Tosca» zum Beispiel ist mir nie leichtgefallen. Besonders im zweiten Akt liegt mir die Partei nicht besonders gut in der Kehle. Auch Don Giovanni hat mich nie sonderlich gepackt. Und Hans Sachs? Verteufelt anstrengend. Auch wenn man sich vornimmt, das nicht als Arbeit, sondern als pure Freude zu betrachten. Wagner ...
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Opernwelt November 2015
Rubrik: Interview, Seite 38
von Kai Luehrs-Kaiser
Immer wieder formiert sich das Ensemble zum Kreis, und am Ende rundet sich auch die Aufführung, als wär’s der Tod, der alles eint. Wieder wird seine Geliebte dem Feuer überantwortet, wie das im ersten Akt schon einmal geschehen ist – und Orpheus begreift, dass sich eine Eurydike nicht wirklich halten lässt, selbst wenn die Musik dabei zum Medium seiner Beschwörung...
Über den ersten Preis der 8. Leyla Gencer Voice Competition kann sich die 22-jährige Marigona Qerkezi freuen. Die albanische Sopranistin – übrigens auch ausgebildete Flötistin – gab erst dieses Jahr ihr Operndebüt (als «Königin der Nacht» in Maskat). Jetzt darf sie ferner drei Monate in der Accademia Teatro alla Scala Erfahrung sammeln. Der zweite Preis ging an den...
Anfangs bringt sie kein Wort heraus. Nur ein paar diffuse Laute behaupten sich gegen die aufgekratzten Trompeten und Holzbläser, gegen den sirrenden Streicher-Sound. Erst in Takt 29 findet Alicia die Sprache wieder. «Du är du. Jag är jag», entgegnet sie dem Nazi-Vater, der sie für seine Sache einspannen will. «Du bist du. Ich bin ich.» Eine Quarte stürzt die Stimme...
