Warum? Wohin?
Gerade weil viele Liededitionen immer wieder dieselben Komponisten und Werke vorstellen, weckt die CD des österreichischen Baritons Wolfgang Holzmair mit weitgehend unbekannten, jedenfalls selten gesungenen Vertonungen von Hymnen und Oden Friedrich Gottlieb Klopstocks durch Carl Philipp Emanuel Bach, Gluck und Schubert besonderes Interesse. Weil man dem Unternehmen darum mit Sympathie begegnet, ist die Enttäuschung besonders groß. Holzmair, der auf der Opernbühne vor allem als Papageno in Erinnerung bleibt, hat seine beste Zeit hinter sich (und ist inzwischen vom Podium abgetreten).
Die Stimme klingt trocken, bricht im Forte ständig aus der Linie aus, so dass das Zuhören wenig Freude macht. Daran kann auch das kompetente Spiel des Pianisten Wolfgang Brunner auf Nachbauten zweier zeitgenössischer Hammerklaviere nichts ändern.
Ähnlich überflüssig ist die beim selben Label Gramola erschienene CD eines live in Seoul mitgeschnittenen Liederabends des koreanischen Baritons Siwoung Song, der, am Klavier souverän begleitet von seinem Lehrer Helmut Deutsch, neben Schumanns «Dichterliebe» Lieder von Mozart und Hugo Wolf singt. Songs Stimme klingt angenehm, ist technisch versiert, aber der Ton ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juni 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 23
von Uwe Schweikert
Ihre «Schicksalsrolle», Cileas Adriana Lecouvreur, die sie 1938 zum ersten Mal sang, 1951 für ihr Comeback wählte und insgesamt länger als ein halbes Jahrhundert im Repertoire hatte, wobei die Galerie ihrer Tenorpartner von Beniamino Gigli bis Plácido Domingo reichte, hat Magda Olivero nie im Studio aufnehmen können. Deshalb waren ihre diversen Live-Mitschnitte in...
Frau Palmer, Sie sind ja, wenn man das laut sagen darf, vor einiger Zeit 70 Jahre alt geworden – und singen immer noch!?
Ja, vielleicht liegt das daran, dass ich irgendwie etwas nachholen muss. Ich bin, wie ich leider sagen muss, viele Jahre lang fehlgeleitet worden. Wie so viele Sänger. Man denkt immer, die Lehrer wissen alles. Und irgendwann realisiert man, dass...
Hermann Levi war einer der bedeutendsten Dirigenten des 19. Jahrhunderts. 1839 in Gießen als Sohn eines Rabbiners geboren, kam er nach dem Studium in Leipzig und Lehrjahren 1864 als Erster Kapellmeister nach Karlsruhe. Acht Jahre später wechselte er an die Hofoper in München, deren musikalische Leitung er mehr als zwanzig Jahre innehatte. Levi war eng mit Brahms...
