Libero der Festspiele

Zum Tod von Gudrun Wagner

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Sie selbst sah sich als «Frau im Feuer». Und in der Tat: An Angriffen mangelte es nicht. Wolfgang Wagner fand eine andere Metapher und bezeichnete seine Frau als «Libero der Festspiele». Auch daran war viel Wahres: Gudrun Wagner war mit dem Festspielbetrieb so vertraut,  dass sie überall kämpfen konnte, sei es in der Offensive oder bei Aufgaben der Verteidigung. Sie hat sich ehrgeizig und zweifellos ohne großen Selbstschutz eingesetzt: getragen vom teils missionarischen, teils auch doktrinären Einsatz für das, was sie für das Wohl der Festspiele hielt.

Sie sah sich dabei zweifellos in der Tradition der hohen, hehren Bayreuther Frauen Cosima und Winifred. So befremdlich der Gestus im Alltag oft wirkte, so wenig ist die historische Bezugs­linie zu leugnen: Auch Cosima und Winifred kamen angeheiratet zur Wagner-Familie, auch sie wurden heftig be­kämpft, auch sie sahen ihre Aufgabe vor allem in einem Management der Bewahrung. Und auch sie kämpften vor allem für ihren Nachwuchs, der irgendwann den Gral übernehmen sollte. Je älter Wolfgang Wagner wurde, desto mehr Einfluss übernahm seine Frau, die aus Ostpreußen stammte, 1965 als Fremdsprachensekretärin nach Bayreuth kam, zunächst im ...

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Opernwelt Januar 2008
Rubrik: Magazin, Seite 21
von Stephan Mösch

Vergriffen
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