Spaniens Mozart
Ein reicher Onkel: cholerischer Sonderling, der nach seinen Ausbrüchen regelmäßig in Depressionen verfällt und eigentlich nur für das Schachspiel lebt. Um ihn die Kinder seiner verstorbenen Schwester: Giocondo hat unter Vorspiegelung eines großen Vermögens ein Luxus-Geschöpf geheiratet und in der Schuldenfalle nicht nur das eigene Erbe, sondern auch die Mitgift der minderjährigen Schwester verspekuliert. Bis die Finanzen saniert sind, soll Angelica im Kloster «zwischengeparkt» werden. Ohne Ausstattung nähme sie ja keiner. Doch Angelica will verständlicherweise nicht.
Zudem hat sie bereits ihren Liebsten. Nur lässt man sie nicht zu Wort kommen.
In seinem viel bewunderten Schwanengesang für die Comédie Française kämpfte der aus Venedig vertriebene Carlo Goldoni 1771 für das Recht des Herzens und gegen die überholten Gesetze eines Patriarchats, das Mädchen zu Spekulationsobjekten ihrer Verwandten machte. Als Lorenzo da Ponte «Le bourru bienfaisant» für das Wien-Debüt des siebenunddreißigjährigen Spaniers Vicente Martín y Soler so Goldoni-nah wie möglich in italienische Rezitative, Arien und Ensembles übersetzte, erklärte man ihn für verrückt. Kein Mensch würde über die diffizilen ...
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Fritz Wunderlich gehört zu den auserwählten Sängern, an denen man sich nie satt hören wird. Deshalb bedarf es in seinem Fall keines runden Gedenktages, um Retrospektiven seiner zahlreichen bekannten Aufnahmen zu veranstalten und immer neue aus irgendeiner Mottenkiste wieder ans Licht zu holen. Sony/BMG ist nun mit den ersten Veröffentlichungen des Tenors fündig...
Korn-Gold ist nun auch eine Farbe. Zwischen Ocker und Braun angesiedelt, wurde sie speziell für die Ausstellung «Die Korngolds. Klischee, Kritik und Komposition» entwickelt, mit der das Jüdische Museum Wien des vor fünfzig Jahren verstorbenen Komponisten Erich Wolfgang Korngold gedenkt – eines der Rätsel der Musikgeschichte: zuerst ungeheuer umschwärmt, dann...
Dass die Tschechow-Adaption «Drei Schwestern» von Peter Eötvös zu den momentan wichtigsten Werken des Musiktheaters gehört, zeigt sich nicht nur an der Zahl ihrer Aufführungen, sondern auch an den variantenreichen Möglichkeiten ihrer szenischen Realisierung. In Oldenburg führt Regisseurin Andrea Schwalbach das Stück, bedingt auch durch die Besetzung der als...
