Gillett trifft... Scott Hendricks
Scott, man beschreibt Dich als «Verdi-Bariton». Ich habe aber auch schon «Texas-Bariton» gehört. Du magst keine Labels, oder?
Ich bin stolz, Texaner zu sein. Aber «Texas-Bariton»? Die Kollegin aus München ist ja auch kein «Bayerischer Sopran», der Typ aus Tulsa kein «Oklahoma-Bass». «Texas-Bariton» klingt, als käme ich lassoschwingend zu Pferde daher. So ein Quatsch (lacht)! Austin, Houston oder Dallas sind echte Großstädte. San Antonio, meine Heimatstadt, hat die größte Diversität des ganzen Bundesstaats.
Übrigens auch deshalb, weil es Mitte des 19. Jahrhunderts eine Zuwanderungswelle von Deutschen und Tschechen gab. Klar, die Cowboy-Romantik spielt auch eine Rolle, aber viel weniger, als es das Klischee glauben macht. Dazu kommt ein starker lateinamerikanischer Einschlag, den ich besonders liebe. Die Musikszene – samt Texas Blues, Räuber-Country, den Willie Nelsons dieser Welt – ist offen, frei, vielfältig, überhaupt nicht hinterwäldlerisch. Stammt Dein Texas-Bild aus den 1980ern?
Ich habe manchmal «Dallas» geguckt.
Und «Verdi-Bariton»? Verdi ist mein Lieblingskomponist, dazu stehe ich. Aber ich mag Abwechslung. Tagein, tagaus nur Rigoletto und Posa singen, fände ich nicht mal ...
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Opernwelt Dezember 2018
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Christopher Gillett
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