Arm, aber glücklich?

Puccini: La Bohème Valencia / Palau de les Arts Reina Sofía

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Ein Fisch! Endlich etwas auf dem Tisch. Satt werden Rodolfo und seine Kumpanen davon bestimmt nicht, aber was tut’s. Ein munteres Völkchen, diese Pariser Lebenskünstler, auch mit leerem Magen. So zeigen es uns viele Inszenierungen von Puccinis La Bohème, auch jene von Davide Livermore in Valencia. Seine turbulente Personenführung macht den Leuten Laune. Bei Mimìs tragischem Tod am Schluss werden zwar einige Taschentücher aus den Abendtaschen geholt – doch sie verschwinden gleich wieder, denn schon in die Schlusstakte der Oper hinein ertönen die ersten Bravos.

 

Arm, aber glücklich? Das Sprichwort «Ein voller Bauch studiert nicht gern» fällt uns ein, ursprünglich wohl auf die Verdauungsmüdigkeit bezogen, aber verhängnisvollerweise durch die Jahrhunderte auch gern benutzt, um künstlerisch und geistig Kreative zu gängeln. So arbeiten unzählige (Frei-)Schaffende der bildenden, darstellenden und schreibenden Zunft für Honorare, für die (umgerechnet auf Stundenlöhne) die meisten Putzfrauen den Besen nicht aus der Ecke holen würden. Auch heute, im Zeichen der Krise – während Zocker, deren Tun die Welt an den Rand des Abgrunds drängt, in den Privatgaragen ihre Ferraris polieren.

Die Kleinen ...

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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Gerhard Persché

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