Von Menschen und anderen Pferden
So einen Schluss gibt’s nicht noch mal im Musiktheater. Ein herzzerreißender instrumentaler Aufschrei auf einem Ton, fortissimo diminuendo; kantig hartes Schlagwerk, Rührtrommeln, ein erbarmungslos herausgestanzter Rhythmus, in Noten gesetzter Stechschritt. Das Ganze wie in Zeitlupe wegbröckelnd ins Nichts. Und in der Stille tut es alles dann erst richtig weh.
Sollte es zumindest.
Doch in der Salzburger Felsenreitschule ist man viel eher überrumpelt vom schonungslosen Einsatz des vielköpfigen Sängerensembles, aus dem Laura Aikins mitreißende Marie, Tomasz Koniecznys knorriger Stolzius, Daniel Brenna mit darstellerischem wie stimmlichem Macho-Muskelspiel als Desportes, die wohltönende Charlotte von Tanja Ariane Baumgartner sowie die scharf charakterisierte Gräfin de la Roche der Legende Gabriela Benacková ragen. Und auch von den über die ganze Breite des Raums und auf zusätzlichen Emporen ausgelegten Wiener Philharmonikern (samt Bühnenorchestern, Schlagwerkern, Jazz-Combo etc.) unter dem energisch koordinierenden Ingo Metzmacher.
Richtig betroffen schien kaum einer. Am wenigsten vermutlich jene, denen Besitz und Position Hochmut ins Gesicht geschrieben haben, wiewohl Zimmermanns ...
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Opernwelt November 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 34
von Gerhard Persché
Während der zehn Jahre seiner Intendanz am Bonner Theater hat Klaus Weise in der Oper gezielt das selten gespielte Repertoire des frühen 20. Jahrhunderts gepflegt und zumeist auch selbst inszeniert. Es waren veritable Entdeckungen dabei, etwa Franz Schrekers «Irrelohe» oder Eugen d’Alberts «Golem». Zum Abschied hat er nun Paul Hindemiths Triptychon auf die Bühne...
Er habe sich von volkstümlichen, zur Laute gesungenen Liedern in einer «historischen» Bauernstube zu seiner Oper «Der Schatzgräber» inspirieren lassen, teilte Franz Schreker mit. So seltsam unecht diese Szenerie, so absonderlich mutet die Häufung der Märchenmotive im Libretto an: Da ist eine Königin, die nach der Entwendung ihres Schmucks schwermütig wird. Da ist...
«I due Foscari» ist, obgleich relativ selten aufgeführt, ein Verdi-Werk von Gewicht, und das aus mehreren Gründen: Unter anderem lotet der Komponist hier erstmals die Dynamik von Eltern-Kind-Beziehungen aus; zum anderen gehört die Oper – wie auch Lord Byrons Drama, auf dem sie basiert – zu den ersten Kunstwerken überhaupt, die das populäre Bild Venedigs als Ort...
