Magische Romantik

Weber: Euryanthe Frankfurt / Oper

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Ach ja, die gute alte Helmina von Chézy. Ihre Reputation in der Musikgeschichte ist miserabel, dank ihrer Texte gelten so hochkarätige Kompositionen wie Schuberts «Rosamunde» und Webers «Euryanthe» als ungenießbar. Eine vorsichtige Ehrenrettung der frühen Journalistin und alleinerziehenden Mutter, die zumeist als schrille Nervensäge auftrat, bot Christoph Schwandt unlängst in seiner monumentalen Weber-Biografie. Noch mehr legt sich der Frankfurter «Euryanthe»-Dramaturg Zsolt Horpácsy für die Geschmähte ins Zeug.

Wenn in der Neuinszenierung der Blick dann aber den Übertitelungen folgt, gewahrt er nicht einen einzigen guten Vers (wie es den «Fidelio»-Librettisten wenigstens ab und zu gelang, wenn’s nicht Beethoven selbst war). Wagner, der Weber genau kannte, hat indes bei der Chézy abgekupfert, vor allem beim Racheduett Eglantine/ Lysiart, das im «Lohengrin» regelrecht recycelt scheint. Wagner aber bildete sich ein, er hätt’s von Shakespeare.

Im mit «Euryanthe» vergleichbaren Fall des Schubert’schen «Fierrabras» hätte Peter Stein, den ein altmodisch-aufgequollener Textkorpus zu opahaft zwinkernder interpretatorischer Uneigentlichkeit verführte und der damit 2014 eine wichtige ...

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Opernwelt Juni 2015
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Hans-Klaus Jungheinrich

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