Bauhaus-Ballett
Beim Namen Dessau denkt man heute vor allem an das legendäre Bauhaus. Sieben glorreiche Jahre lang war die Zukunft in der Stadt zu Hause. Schon 1931 aber siegten die Nazis bei den Gemeinderatswahlen und machten sich sofort daran, die Avantgardisten zu vertreiben. Als der «Führer» 1938 den Dessauern als Ersatz für das 1922 abgebrannte Stadttheater einen wuchtigen Neubau im germanisch-griechischen Stil «schenkte», waren die wichtigsten Bauhaus-Meister in die USA geflohen.
Dennoch verfiel André Bücker, der Intendant des Anhaltischen Theaters, nicht nur auf die Idee, seinen «Ring des Nibelungen» rückwärts zu inszenieren, also mit der «Götterdämmerung» zu starten, sondern die Tetralogie auch in strenger Bauhaus-Ästhetik zu präsentieren. Nicht die psychologische Deutung oder eine politische Aktualisierung sind sein Anliegen, sondern «die innere Wahrheit des Menschen als Geometrie erfahrbar zu machen». Das sieht zunächst sehr gut aus: Da gibt es einen schwarzen Kubus, der sich schichtweise auffächern kann, da flimmern Symbole, rätselhafte Schriftzeichen oder verpixelte Filmbilder auf gerundeten Leinwänden, die über dem Geschehen schweben, da gibt es elegante Stahlkonstruktionen mit ...
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Opernwelt Juli 2012
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Frederik Hanssen
Frau Fredrich, warum sind Sie als Sängerin so spät gestartet?
Ich wollte immer einen ordentlichen Beruf lernen. Und wusste nicht, was in mir steckt. Ich bin jetzt über 30. Habe aber erst 2004 mit dem Singen begonnen. Bis Januar war ich Tontechnikerin beim RBB. Ich habe vier abgeschlossene Berufsausbildungen, darunter eine als Gesangspädagogin. Den Mut, selbst...
Eine ordentliche Landschaft aus Holzplanken, zeitlich im Großraum «historisch» situiert. Links steht eine Hütte, rechts deutet ein Boot ein Gewässer an. Eine Rampe zieht sich quer durch den Bühnenhintergrund, den Hang hinab fällt ein messianisches Licht – von hier muss Onegin kommen. Der erweist sich freilich nicht als Messias, nicht einmal als strahlender Galan,...
Gut 1000 Luftlinienkilometer liegen dazwischen, und was die Aufführungstradition betrifft, da ist die Entfernung gleich gar nicht mehr abzuschätzen. Wagner, das ist für die Bayerische Staatsoper Alltagsgeschäft, für die Oper Sofia der Ausnahmefall. Auch wenn dort seit 2010 pro Saison ein «Ring»-Stück gestemmt wird, so gleicht doch jede dieser Produktionen einer...
