Apropos...Spätstart
Frau Fredrich, warum sind Sie als Sängerin so spät gestartet?
Ich wollte immer einen ordentlichen Beruf lernen. Und wusste nicht, was in mir steckt. Ich bin jetzt über 30. Habe aber erst 2004 mit dem Singen begonnen. Bis Januar war ich Tontechnikerin beim RBB. Ich habe vier abgeschlossene Berufsausbildungen, darunter eine als Gesangspädagogin. Den Mut, selbst Sängerin zu werden, habe ich mir erst erarbeiten müssen.
Kann sängerische Unerfahrenheit ein Vorteil ein?
Ja. Ich schätze, die Mischung aus Alter und Unerfahrenheit war tatsächlich von Vorteil für mich.
Denn ich bin nicht fixiert. Ich konnte mir alles doppelt und dreifach überlegen. Meine einzige Theatererfahrung war in Detmold, wo ich zwei Spielzeiten lang die Königin der Nacht sang. Bestimmt an die vierzigmal. Das Ensemble-Dasein habe ich übersprungen. Trotzdem besitze ich ein Problembewusstsein. Ich sage nein zu Rollendebüts, bei denen es keine Proben gibt. Und mit Wagner fange ich frühestens in zehn Jahren an.
Warum hat Sie nicht früher jemand ermutigt?
Bei Wettbewerben und Hochschulen hieß es immer: «Sie sind zu alt.» Wie oft habe ich gehört: «Du schaffst es nicht!» Außerdem hielt man mich immer für eine Soubrette. Dann traf ...
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Opernwelt Juli 2012
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Kai Luehrs-Kaiser
Jubilare
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