Britten: A Midsummer Night´s Dream

Essen

Opernwelt - Logo

Stefan Soltesz, Chef der Essener Philharmoniker und Intendant des Aalto-Musik­theaters, mag im Kreise seiner Untergebenen als gnadenloser Tyrann verschrien sein, doch seinen Laden hat er, wenn es um die künstlerische Qualität der angebotenen Produkte geht, fraglos zu einer der verlässlichsten Adressen in der deutschen Opernlandschaft gemacht. Und das keineswegs nur, so lange er selbst den Stab im Graben führt.

Jüngstes Beispiel für das hohe Niveau des Essener Hauses: ein vom Ersten Kapellmeister Pietro Rizzo musikalisch wunderbar delikat ausgeleuchteter, in warme Pastell­farben getauchter «Midsummer Night's Dream», an dem Benjamin Britten und (sein Co-Autor) Peter Pears gewiss ihre Freude gehabt hätten.
Der klanglichen Prägnanz entspricht zudem eine narrative Klarheit, die selbst solchen Zeitgenossen, welche mit Shakespeares Komödie (der Vorlage der 1960 in Aldeburgh erstmals vorgestellten Britten-Oper) nicht vertraut sind, die verschachtelten Handlungs­ebenen auf Anhieb erschließt. Michael Schulz sowie seine Ausstatter Dirk Be­cker und Renée Listerdal kehren vor ­allem den märchenhaften Zauber des Werks hervor – in einem Raum, der diverse Zeitschichten geschickt ineinander blendet. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2005
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 48
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Opernsprengmeister a. D.

Zur Feier des 80. Geburtstages von Pierre Boulez ist es ein Vergnügen, den «Spiegel» von 1967 (Nr. 40, 25. September) herauszusuchen. Schließlich ging dessen legendärer – einer redaktionellen Überspitzung entsprungener – Interview-Titel «Sprengt die Opernhäuser in die Luft!» in die Musikgeschichte ein. Was Boulez da sagte, ist nicht nur sehr unterhaltsam («Henze...

Wiedergeburt in Ljubljana

Wer kennt sie nicht, die Barcarole aus Jacques Offenbachs Oper «Hoffmanns Erzählungen»? Eigentlich entstammt sie der Ouvertüre der siebzehn Jahre zuvor entstandenen, für Wien komponierten, dort auch erfolgreich uraufgeführten Oper «Les Fées du Rhin», deren deutscher Titel etwas irreführend «Die Rheinnixen» heißt. Denn um Nixen im Sinne von Undinen geht es in dem...

Schmackhafte Pastetchen

Nino Rota (1911-1979) war ­einer der fruchtbarsten und erfolgreichsten Filmkomponis­ten seiner Zeit. Seine Musik für zahlreiche Filme von Fellini, Visconti, Zeffirelli, Clement sowie für Coppolas «Der Pate» kann gro­ßenteils auch außerhalb der Leinwand bestehen. Doch daneben hat der Schüler von Pizzetti und Casella auch etliche Sympho­nien, Konzerte und Opern...