Was im Kino nicht mehr geht
Und das soll er also sein – einer der «wenigen deutschen Weltstars des Films», wie ihn die Deutsche Oper Berlin ankündigt. Der Herr, der uns gegenüber sitzt, ist ein freundlicher Mittsechziger, den man als unauffällig bezeichnen würde, hätte man ihn nicht schon so oft über rote Teppiche schreiten oder im Bildteil von Schriftsteller-Biografien auftauchen sehen.
Ja, Volker Schlöndorff wird sich in seiner Mittagspause als ein so unprätentiöser Gesprächspartner herausstellen, dass mancher, der weder eine Goldene Palme noch einen Oscar im Regal stehen hat, dagegen angeberisch wirkt. Wobei «Mittagspause» eher den Probenplan zu Leoˇs Janáˇceks «Aus einem Totenhaus» als den Kalender Schlöndorffs betrifft, dessen Besitzer keine Pausen zu kennen scheint.
Dass man mit dieser Vermutung nicht ganz falsch liegt, zeigt bereits der Auftakt zur Unterhaltung: Den nimmt Schlöndorff selbst in die Hand, noch im vollen Schwung der Arbeit, die ihn eine Minute zuvor die Probebühne durcheilen ließ. Fragen müssen kaum gestellt werden. Der Regisseur ist so erfüllt von seinen Gedanken zu Janáˇceks letzter Oper, dass man sich prompt um das Fassungsvermögen des Tonbands und die Ausdauer der Batterien zu sorgen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wer kennt sie nicht, die Barcarole aus Jacques Offenbachs Oper «Hoffmanns Erzählungen»? Eigentlich entstammt sie der Ouvertüre der siebzehn Jahre zuvor entstandenen, für Wien komponierten, dort auch erfolgreich uraufgeführten Oper «Les Fées du Rhin», deren deutscher Titel etwas irreführend «Die Rheinnixen» heißt. Denn um Nixen im Sinne von Undinen geht es in dem...
Nino Rota (1911-1979) war einer der fruchtbarsten und erfolgreichsten Filmkomponisten seiner Zeit. Seine Musik für zahlreiche Filme von Fellini, Visconti, Zeffirelli, Clement sowie für Coppolas «Der Pate» kann großenteils auch außerhalb der Leinwand bestehen. Doch daneben hat der Schüler von Pizzetti und Casella auch etliche Symphonien, Konzerte und Opern...
Die französische Schauspielerin Sarah Bernhardt hat durch ihren Darstellungsstil nicht nur die literarische Produktion ihrer Zeit wesentlich inspiriert, sondern auch auf die italienische Oper einen großen Einfluss gehabt. Tosca, Fedora, Adriana Lecouvreur gehörten zu ihren erfolgreichsten Rollen. Ihr melodischer Sprechgesang machte deutlich, dass diese Stücke...
