Zwei Belgier in Bayern

Was lockt die Schauspieler Benny Claessens und Kristof Van Boven aus der vielgelobten großen Freiheit der flämischen Theaterszene an die Münchner Kammerspiele? Von Silvia Stammen

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Sechs Hunde, sechs Menschen, da muss man stark sein, um nicht vor der vierbeinigen Authentizitäts-Offensive auf der Bühne zu kapitulieren und als menschlicher Akteur womöglich in der Herrchen/Frauchen-Rolle steckenzubleiben. Für echte Theatertiere kann die unmittelbare Konkurrenz aber auch Ansporn sein, Instinkt und Intellekt mit animalischer Selbstverständlichkeit zu bündeln, so zu sehen im vergangenen Herbst zu Beginn von Johan Simons’ Intendanz an den Münchner Kammerspielen.


    Autonome Unterwanderung

In der tierisch traurigen Hundemenschen-Groteske, von Alvis Hermanis sehr frei nach Jack Londons Schlittenhund-Roman «Der Ruf der Wildnis» arrangiert, gab es nicht nur Naturtalente aus der Zamperl-Fraktion, sondern vor allem zwei neue Gesichter im ansons­ten fast vollständig von Frank Baumbauer übernommenen Ensemble zu entdecken. Benny Claessens und Kristof Van Boven, beide 1981 in Belgien geboren und von Simons nach München geholt, sprechen perfekt Deutsch, und es ist auch keineswegs der sympathische Hauch eines kehligen Akzents, der einen aufhorchen lässt. Vielmehr hat man ein bisschen das Gefühl, als würde ein etabliertes Kulturinstitut wie die Kammerspiele von zwei Autonomen ...

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Theater heute Juli 2011
Rubrik: Akteure, Seite 38
von Silvia Stammen

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