Zufriedenheit im Mittelmaß
Gründe, kritisch zu sein, gibt es genug», schreibt Friedrich Schirmer im Vorwort zum neuen Spielplanheft des Deutschen Schauspielhauses. Zwar meint er damit mehr die Verhältnisse in der Welt, aber zu den Verhältnissen in seinem Theater gibt es ja auch einiges zu sagen. Inszenierungen, Schauspielerleistungen, Intendantenscherze, Spielplanentscheidungen, Zuschauerzahlen, Service, Ausstrahlung oder die Streitbarkeit der Dramaturgie liefern den Stoff, um der Bitte Schirmers bei seinem Antritt 2005, erst nach drei Jahren ein vorläufiges Resümee zu ziehen, nachzukommen.
Diese von allen Intendanten gerne geforderte Karenzzeit ist zwar eigentlich ein verbaler Disziplinierungsversuch, um zu harsche Kritik an ersten Fehlentscheidungen zu mäßigen. Aber nun, da drei Jahre um sind – in denen die Kritik dann doch lieber das gemacht hat, wofür sie da ist, nämlich zu kritisieren –, lässt sich auch Schirmers Wunsch nach einer Zwischenbilanz erfüllen.
Zur Konsolidierung bestellt
Zunächst sei daran erinnert, wozu er bestellt wurde. Nach vier verkorksten Jahren unter Tom Stromberg, in denen laue Experimente, gedankenleeres Bildertheater und Regisseure, die woanders bessere Inszenierungen ...
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