Zürich: Zürcher Familienaufstellung
Psychiater Dr. Firs bringt nichts so schnell aus der Ruhe. In der Verkörperung des Schauspielers Gottfried Breitfuß strahlt er eine gewisse Gemütlichkeit aus; man stellt ihn sich nach Dienstschluss am Kaminfeuer vor, ein Glas Rotwein in Reichweite und einen Band Tschechow auf den Knien. Seine Privatklinik ist in einer Fin-de-siècle-Villa untergebracht, elegante Glasveranda mit Wasserbassin, Spezialisierung Drogenentzug und Gruppenpsychoanalyse.
Die Regisseurin Yana Ross und das Schauspielhaus-Ensemble haben recherchiert: in Kliniken in der Umgebung von Zürich wie der «Hohenegg» im noblen Meilen oder dem Sanatorium Kilchberg auf der Seeseite gegenüber. Jüngstes Arrivée bei Dr. Firs ist die Polin Ljuba (Danuta Stenka), eingeheiratet in eine Zürcher Familie, die viel Gewese um ihren Kirschgarten macht, und abgehauen ist nach Paris, um Party zu feiern. Dort hat sie ihr Landsmann Karol (Milan Zerzawy, ehemals Charlotta) aufgetrieben, pleite und völlig am Ende. In Zürich erwarten sie Schwager Leo (Michael Neuenschwander), Nichte Babs (Lena Schwarz), vor allem aber ihr ertrunkener Sohn Gregi (Vincent Basse), der traumatisierend über die Bühne spukt – und Heinz Lopachin (Thomas ...
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Theater heute Februar 2020
Rubrik: Chronik, Seite 63
von Andreas Klaeui
Sebastian Zimmler erzählt aus dem Theateralltag. Repertoirevorstellung am Hamburger Thalia, er spielt in Christopher Rüpings gegen Ende etwas mäandernder Inszenierung von Benjamin von Stuckrad-Barres «Panikherz», Unruhe im Saal. Und kurz nach der Pause nölt eine Stimme aus dem Publikum: «Laaaaaaaangweilig!» «Ich habe gecheckt, okay, das ist ein Schüler, der sitzt...
Weil das Theater für ihn zur Zeit wenig von sich hermacht, hat sich der an nachlassender Bilderlust nicht leidende Graphiker und Bühnenbildner Volker Pfüller mehr aufs Büchermachen und farbenreiche Landschaftsmalerei konzentriert. Er hat von 1979 bis 1986 in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Alexander Lang in Berlin dem Deutschen Theater mit...
Seit der britischen Vorweihnachtswahl ist klar: Jetzt ist Schluss mit lustig. Wie eine Platte mit Sprung hat Premierminister Johnson bei jedem Kampagnenauftritt seine zwei Mantras vom «oven-ready deal» und «get Brexit done» runtergeleihert – selbst wenn er sich das Grinsen manchmal nicht verkneifen konnte. Für seine Ausdauer ist Alexander Boris de Pfeffel Johnson...
