Zeit der Zikaden

In der Fläche arbeiten, um den Kern zu schützen? – Friedrich Schirmers erste Spielzeit am Deutschen Schauspielhaus Hamburg

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Periodische Zikaden sind Insekten mit einem perfekten Timing. Sie schlüpfen alle am selben Tag, die männlichen Vertreter erzeugen dann ein paar Tage höllischen Krach, dabei begattet man sich, die Weibchen legen Eier, und danach stirbt die gesamte Population schlagartig und kollektiv und stellt die Stadtreinigung vor erhebliche, unappetitliche Probleme. Das wirklich Erstaun­liche an dieser braunen Invasion ist aber, dass die Viecher ihr Geschlechtsleben exakt alle 13 oder 17 Jahren vollziehen (es gib drei Arten mit 17-Jahre-Zyklus und vier, die nach 13 Jahren den Bio-Wecker hören).


Was das mit der ersten Spielzeit von Friedrich Schirmer am Deutschen Schauspielhaus zu tun hat? Nun, manchmal fragt man sich, ob auch Thea­ter oder Intendanten solchen geheimen Bio-Rhythmen unterliegen, gegen die jede vernünftige Auflehnung zwecklos ist. Denn bei aller Analyse der Faktoren, warum eine Spielzeit, eine Intendanz gelingt oder nicht, bleibt doch immer so viel Anteil an irrationalen Faktoren, dass man als aufgeklärter Mensch dahinter irgendeine wissenschaftliche Erklärung vermuten will.
Zwölf Jahre vor Schirmer hatte Frank Baumbauer das Schauspielhaus übernommen. Seine Voraussetzungen ähnelten ...

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Theater heute August/September 2006
Rubrik: Erste Runde, Seite 24
von Till Briegleb

Vergriffen
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