Zehn Punkte für KünstlerInnen, die mit Geflüchteten arbeiten wollen
1. Prozess, nicht Produkt
Wir sind keine Ressource für dein nächstes künstlerisches Projekt. Du magst in deiner speziellen Kunst talentiert sein, aber denke nicht, dass das automatisch zu einem ethischen, verantwortlichen und selbstbestimmten Prozess führt. Beschäftige dich mit der Entwicklungsdynamik von Gruppen, aber bedenke auch, dass es keine absolut verlässliche Methode gibt. Wer und welche Institution profitiert von dem Austausch?
2.
Hinterfrage deine Absichten
Unser Kampf ist keine Gelegenheit, unser Körper keine Währung, auf der du deine Karriere aufbauen kannst. Statt dich vor allem auf das «Andere» («Wo finde ich Flüchtlinge ...» etc.) zu fokussieren, unterziehe deine eigene Intention einer kritischen Analyse. Was ist deine Motivation, an dieser konkreten Sache zu arbeiten? Warum gerade jetzt?
3. Sei dir deiner eigenen Privilegien bewusst
Welche Vorurteile und Intentionen, selbst wenn du sie als «gute Absicht» verstehst, bringst du mit? Welche soziale Position (und Macht) bringst du ein? Überlege, wieviel Raum du selbst einnimmst. Spüre, wann es Zeit ist, etwas zurückzutreten.
4. Teilhabe ist nicht immer fortschrittlich oder bestärkend
Dein Projekt mag Elemente von Teilhabe ...
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Theater heute März 2016
Rubrik: Flüchtlinge und Theater, Seite 39
von Tania Cañas
Irgendwann während der Lektüre von Roland Schimmelpfennigs erstem Roman «An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts» werden einem mit Sicherheit Titel früherer Theaterstücke des Autors einfallen: «Aus den Städten in die Wälder, aus den Wäldern in die Sädte» etwa; dann vielleicht «Für eine bessere Welt» oder «Die vier Himmelsrichtungen»,...
Natürlich ist das RTL-Fernsehformat «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!» (kurz: «Dschungelcamp»), heuer von durchschnittlich sieben Millionen Zuschauern gesehen, eine klassische Typenkomödie. Es geht um allgemeinmenschliche Eigenschaften, die sich im australischen Dschungel, obwohl hinter jeder Palme eine Kamera lauert, möglichst unverstellt zeigen und kräftig...
Viele der besonders geistlosen Sprüche und Sentenzen, die man auf Kundgebungen der AfD und bei Volksversammlungen von Pegida hört, erinnern fatal an das Vokabular, das in Deutschland nach 1933 in vieler Munde war. «Lügenpresse», «Überfremdung» oder auch «Schmarotzer», angewandt auf Flüchtlinge, die derzeit hier Sicherheit suchen, sind Wörter, die Adolf Hitler in...
