Wutbürger nach Berlin!
Es ist merkwürdig: Eigentlich gilt Berlin als Zentrum der Unzufriedenen und Protestierenden und Stuttgart als Ort, wo Reichtum und Zufriedenheit herrschen. Und jetzt ist Stuttgart das revolutionäre Zentrum und Berlin die Insel der Spießigkeit. Berlin hat sich aufgelöst in viele Szenen, die immer auf der Jagd nach den eigenen Projekten sind. Das eigene Leben erscheint dabei auch eher ein fiktives Projekt, und als solches steht man dem auch eher mit einer gewissen Ironie gegenüber. Da ich selbst Teil dieser Szene bin, geht es mir nicht anders.
Die letzte Auseinandersetzung, in der es noch um anderes ging, war der Kampf um den Palast. Anfänglich war auch das die beschriebene merkwürdige Mischung. Eigentlich ging uns dieses Gebäude nämlich nichts an. Aber da die offizielle Republik sich gerade mit dem Kampf gegen den Palast identifizierte, entdeckten wir die leere Betonhülle und die Lust an der temporären Zwischennutzung. Es ist auch ein Skandal, wie die Stadt Berlin alle DDR-Architektur aus der Mitte der Stadt getilgt hat. Einzig der Fernsehturm ist erhalten. Aber er war ästhetisch auch am leichtesten integrierbar.
Ich fahre jeden Tag mit dem Fahrrad an der leeren Wiese vorbei. Eines ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Matthias Lilienthal, Seite 18
von Matthias Lilienthal
Das Schöne an den Neuen Stücke ist, dass jedes Jahr noch neuere nachwachsen. Da ist kein Ende in Sicht! Auch in diesem Jahr stellen Dramaturgen ihre neuen Lieblinge vor: neue Stücke von Peter Handke, Lukas Hammerstein, Paulus Hochgatterer, Elfriede Jelinek, Daniel Karasik, Daniel Kehlmann, Dennis Kelly, Oliver Kluck, Franz Xaver Kroetz, Tony Kushner, Dirk Laucke,...
Irene Bazinger, «Frankfurter Allgemeine Zeitung»
Deutschsprachiges Stück: Ewald Palmetshofer «tier. man wird doch bitte unterschicht»
Ausländisches Stück: Lucy Prebble «Enron»
Inszenierung und Dramaturgie: Marius von Mayenburg, Mayenburg «Perplex», Schaubühne Berlin
Bühnenbild/ Kostüme: Bühne: Katja Haß, Herzberg «Über Leben», Deutsches Theater Berlin Kostüme: Bert...
Die serbische Autorin Biljana Srbljanovic wurde im Januar 2010 ans Wiener Burgtheater eingeladen, um dort in der Reihe «Kakanien – Neue Republik der Dichter» eine Rede über neue Identitäten auf dem Gebiet der alten Donaumonarchie zu halten. Es ist eine beeindruckend persönliche Rede geworden, in der sie über den Tod ihres Vaters spricht. Dessen Biografie durch alle...
