Wolfgang Kralicek: God save the Queen of Kalauer

Elfriede Jelinek remixt Oscar Wilde in Zürich und Wien

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Andere gehen zum Ausgleich joggen oder schwimmen. Elfriede Jelinek schreibt Komödien um. Es ist schon kurios: Ausgerechnet eine Autorin, deren eigene Stücke mit der konventionellen Dramenform wirklich nichts mehr zu tun haben, unterbricht die Textflächenproduktion immer wieder, um sich mit Dramen konventionellster Bauart zu beschäftigen, den Farcen von Feydeau und Labiche oder den Salonkomödien von Oscar Wilde. Sechs Jahre nach ihrer «Bunbury»-Version «Ernst ist das Leben» liegt mit «Der ideale Mann» nun Jelineks zweite Wilde-Bearbeitung vor.

Wobei: Was Jelinek da mit Wilde gemacht hat, lässt sich gar nicht so leicht klassifizieren. Eine Neuübersetzung ist es nicht (dafür zeichnet Karin Rasch verantwortlich), und für eine Nachdichtung bleibt Jelinek zu nah an der Vorlage. «Nachsetzung» oder «Überdichtung» wären passendere Begriffe. Am besten aber trifft es der in der Musik gebräuchliche Terminus «Remix»: DJ Jelinek verpasst einem bekannten Stück einen neuen Beat und den Sound, der sie berühmt gemacht hat.

Im Mittelpunkt von «An Ideal Husband» (1895) steht der Staatssekretär Sir Robert Chiltern, dessen makelloses Image akut bedroht ist: Die aus Wien (!) angereiste Mrs. Chiveley weiß, ...

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Theater heute Februar 2012
Rubrik: Aufführungen, Seite 12
von Wolfgang Kralicek

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