Witz des Schicksals
Seit Elias Perrig die Basler Schauspielsparte leitet, tendieren seine eigenen Inszenierungen zur asketischen Ästhetik. Mit Dennis Kellys «Nach dem Ende» ist er auf einer leeren Bühne angekommen. Die Szene besteht aus Boden und Brandmauer, sonst nichts. Für ein Kammerspiel in einem Privatbunker, nach einem angeblichen atomaren Anschlag, durchaus plausibel. Für Reduktion und Hermetik interessiert sich Perrig in ähnlichem Maß wie für die Texte von Kelly.
Gegen das ausgeklügelte Kindsmorddrama «Taking Care of Baby», das ebenfalls in Basel läuft, wirkt «Nach dem Ende» jedoch nur wie eine Fingerübung. Der vier Jahre alte Plot folgt der Konvention eines postapokalyptischen Psychothrillers. Mark (Bastian Semm) schleppt die bewusstlose Louise auf die Bühne. Kaltes Licht strahlt auf, ein fieser Ton bohrt sich durchs Trommelfell.
Die Bedrohung – draußen geht sie von einer radioaktiven Wolke aus. Behauptet Mark. Drinnen von ihm selbst. Der Retter entpuppt sich als irrer Kontrollfreak – und als liebeshungriger Wolf. Noch funkelt unter Claudia Jahns Mantel Louises Lebenslust; noch trägt sie dazu eine spöttische Miene spazieren. Bleich ist sie allerdings auch, eingesperrt mit diesem merkwürdigen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Diese Münchner Kammerspiele, wie sie sich in den beiden letzten Produktionen der Spielzeit zeigen, wird Intendant Frank Baumbauer mit Sicherheit nur sehr schweren Herzens verlassen. Mit Luk Percevals Adaption des Fallada-Romans «Kleiner Mann – was nun?» und Herbert Achternbuschs «Susn» (Regie: Thomas Ostermeier) hat das Theater seinem scheidenden Chef zwei...
Innovation und Kreativität im Doppelpack wirken wie ein Dreamteam», abgesichert durch Bildung ermöglichen beide zusammen den Wandel. Das sagt Jörg Mehlhorn, der Vorsitzende der «Gesellschaft für Kreativität» zum für 2009 auf Initiative der Europäischen Kommission ausgerufenen «Year of Creativity and Innovation» am 4. Mai 2009 in der «Innovationsbeilage» der FAZ....
Eigentlich dürfte er sich auf den Lorbeeren ausruhen, die er als Dramatiker, Dissident und Präsident erlangt hat. Müsste nicht mehr zu seinen Premieren anreisen und gute Miene zum schlechten Spiel machen. Könnte ja auch die Füße hochlegen und Gedichte schreiben. Will Václav Havel aber nicht!
Vor rund 20 Jahren hat er zuletzt ein Stück präsentiert, nun kehrt der...
