Wie viel Freiheit hat der Wille?
Der Kampfpilot einer nicht genau verorteten Luftwaffe – es kann sich um jedweden Krieg handeln – erkennt bei einem Einsatz, dass sein Abschussziel eine Schule ist, er verweigert den Befehl, dreht mit der Maschine ab, um die Bombe über dem Meer abzuwerfen. Jahrzehnte später stellen zwei Künstler*innen – unabhängig voneinander– auf der Biennale di Venezia – Werke aus, die sich auf dieses Ereignis beziehen.
Die Befehlsverweigerung des Piloten verändert nicht den Verlauf des Krieges, hat aber trotz allem weitreichende Folgen.
Die israelische Autorin Maya Arad Yasur erzählt mit «BOMB» die Geschichte einer Verweigerung. Sie fächert nach und nach die Dimensionen dieser Insubordination auf, die die Lebensläufe von Menschen beeinflusst, die auf den ersten Blick Unbeteiligte zu sein scheinen. Sie sind nur Passanten der Ereignisse, aber eben auch Zivilisten in einem Kriegsgebiet.
Dieser Krieg kann überall auf der Welt stattfinden: «In einem Dorf im Irak oder in Namibia oder in Tel Aviv im Ersten Weltkrieg oder in Dresden im Zweiten Weltkrieg oder im Südlibanon …», heißt es im Stück. Da ist Eatherly, ein Kampfpilot, der zunächst einmal das Allmachtsgefühl genießt, als er von seinem Cockpit ...
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Theater heute Jahrbuch 2019
Rubrik: Neue Stücke, Seite 158
von Beate Heine
A
Nora Abdel-Maksoud
Ein neues Stück (Schauspiel Hannover)
Thomas Arzt
Und morgen streiken die Wale (Pfalztheater Kaiserslautern)
B
Lukas Bärfuss nach Stendhal
Julien – Rot und Schwarz (Theater Basel)
Lukas Bärfuss
Die Werkzeuge des Herrn ( Schauspiel Köln)
Zsuzsa Bánk, Lars Brandt und Martin Mosebach
Stimmen einer Stadt (Schauspiel Frankfurt)
Esther Becker
Das Leben ist ein...
1815 bricht auf der indonesischen Insel Sumbawa der Stratovulkan Tambora aus. Mit einer so gewaltigen Intensität kehrt die Erde ihr Innerstes nach außen, dass das ausgestoßene Material zu weitreichenden Wetterveränderungen in Nordamerika und Europa führt. Die vulkanische Asche verdunkelt den Himmel, und das Jahr 1816 geht als «Jahr ohne Sommer» in die Geschichte...
Man liest und hört manchmal Dinge, die einem sofort sehr einleuchten, flüchtige Spontan-Wahrheiten, an die man sich für immer erinnern möchte – und die man in der nächsten Minute aber schon spurlos vergessen hat. Dann vergehen Jahre, und plötzlich, im passendsten oder unpassendsten Moment, erinnert man sich an den flüchtigen Rest eines vor Jahren geführten...
