Wer wird Millionär?
Ziemlich unverhofft» sei sie an die schöne runde Million gekommen, die sie der Theaterszene einmalig in Form eines Preises zukommen lassen will, sagt Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien. Sie sitzt im Bus zwischen Mülheim und Bonn, umgeben von Mitarbeitern aus ihrem Ministerium, den Organisatoren vom Theatertreffen und ein paar Journalisten. Eine Informationsreise war angekündigt worden, wie sie zehn Jahre zuvor ihre Vor- Vorgängerin Christina Weiss auch schon mal gemacht hatte, damals durch die Theater der östlichen Regionen.
Monika Grütters will das «Spotlight», wie sie es nennt, in den Westen richten, nach Mannheim und in zwei Städte des ökonomisch gebeutelten Nordrhein-Westfalen.
Theater fällt bekanntlich nur am Rande in die Zuständigkeit des Bundeskulturministeriums, kurz BKM, ist Länder- und Kommunensache. Grundgesetzlich festgeschriebene Verteilungshoheiten sind zu respektieren, die im föderalen deutschen System penibel auseinandergehalten werden. Entsprechend viele Einschränkungen hatte die Ministerin zu machen, als sie aus heiterem Himmel gleich am ersten Tag der Theaterreise Mitte April das üppige Geldgeschenk ankündigte. Mit dem sympathisch ehrlichen ...
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Theater heute Juni 2015
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Barbara Burckhardt
Ein Freitag im März, 17.00 Uhr. In circa einer Stunde geht in Israel die Sonne unter. Dann beginnt der Sabbat. Durch die Gassen und über die kleinen Plätze des Viertels Mea Shearim in Jerusalem huschen Männer in langen schwarzen Mänteln; unter gewaltigen Fellmützen winden sich Schläfenlocken hervor, in der Hand halten sie Plastiktüten voll mit Einkäufen. Sobald...
An irgendeinem Tag im Jahr 1983 findet der Schauspieler Michael Degen nach einer Vorstellung in der Garderobe des Theaters im liechtensteinischen Vaduz einen Zettel ohne Unterschrift. Man erwarte ihn im Foyer. In einer dunklen Ecke entdeckt er dort eine Gestalt und erkennt in ihr Oskar Werner, «den ich als mein Vorbild bezeichnet hätte – wäre ich unbescheidener...
Der Schweizer Kanton Appenzell Innerrhoden. Keine 16.000 Einwohner auf 173 Quadratkilometern, Steuerparadies, florierender Tourismus, auskömmlich subventionierte Ökolandwirtschaft. Der Hauptort Appenzell zählt knapp 8.000 Einwohner, das ist ein Dorf, immerhin eines mit Bahnanschluss, aber ohne Hochschule, ohne Kino, ohne Theater. Hier wurde Karin Enzler 1980...
