Was spielen sie?
Eine überdurchschnittliche Disposition zum Wahnsinn ist dem Monarchen Lear in Dresden eigentlich nicht anzumerken. Dieter Mann, der am dortigen Staatsschauspiel bereits gastweise als Senior-Feldherr Wallenstein und als altersweiser Religionslehrmeister Nathan aufgetreten war, wirkt bei der anfänglichen Reichsaufteilung unter seinen drei Töchtern eher wie ein pragmatischer Gymnasialpädagoge, der aufmüpfige Pennäler zur Strafe vor die Tür schickt. In jedem Falle steht dieser Staatschef a.D. mit beiden Anzugbeinen fest auf esoterikfreiem Boden.
Selbiger besteht in Holk Freytags Inszenierung aus einem leeren schwarzen Kasten, der auf den ersten Blick wie ein Entwurf von Jürgen Goschs Bühnenbildner Johannes Schütz aussieht, de facto aber von Michael Thalheimers Bühnenbildner Olaf Altmann stammt und beim zweiten Hinsehen jede Menge dramaturgischer Schlupflöcher offenbart: Aus dem Boden fahrende Kleinstpodeste und eine am hinteren Bühnenende versteckte Treppe entpuppen sich als komfortable Auf- und Abgangsschächte, von denen die Mitglieder des Hofstaats wechselweise verschluckt bzw. aus denen sie wieder ausgespuckt werden.
Die Frage ist nur: Wozu eigentlich? Nicht, dass nichts passierte ...
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Mit Sandro Lunin hat ein Kenner des afrikanischen Theaters die künstlerische Leitung des Spektakels neu übernommen. Sein Programm ließ auf etwas schließen, was man mitunter von Freunden kennt, die unterschiedliche Teile Afrikas länger aus der Nähe gesehen haben: Die sind vom Kitschsyndrom, einer touristisch hilflosen Umkehrung von Rassismus, in der Regel kuriert....
spekulation.
kann man einen zusammenhang erkennen zwischen der erschreckenden zunahme der krankheit krebs und der gesellschaft, in der sie derartig zunimmt? krebs hat ja als überproduktion von zellen zumindest strukturell gemeinsamkeiten mit bestimmten ökonomischen erscheinungen im kapitalismus.
oder hat diese krankheit etwas mit der deckelung bestimmter...
Der Weltreisende ist ungnädig mit den Künsten. Im Theater habe er sich stets gelangweilt, teilt er dem Mathematikgenie mit. Ganz richtig, ruft Gauß, und Humboldt mäkelt weiter. Jetzt über Romane, die sich in Lügenmärchen verlören, weil der Verfasser seine Flausen an die Namen geschichtlicher Personen binde.
Wir befinden uns auf Seite 221 und damit im letzten Drittel...
