Unsere Kriege
DC Moore führt uns in «Afghanistan» in eine «entfernte Gegend» und ins Herz der Finsternis – in einen der Kriege unserer Zeit. An einen Ort, von dem wir nichts wissen wollen. Dabei kämpfen nicht nur in Afghanistan schon lange auch deutsche Soldaten für «Enduring Freedom» – ohne dass die zu Befreienden groß gefragt worden wären – und gegen einen oft recht vage definierten Terrorismus. Mittlerweile benennen wir das, was dort geschieht, mit dem abenteuerlustigen Afghanistan-Ausflügler Karl Theodor zu Guttenberg wenigstens «umgangssprachlich» als «Krieg».
Doch während der Minister mit Frau und schusssicherer Armani-Weste per Helikopter den Schauplatz verlassen konnte, blieben mit schweren Waffen, bei Feuergefechten mit militärisch organisierten so genannten Aufständischen, mit unzählbaren Verletzten und Toten die Soldaten zurück: junge, in Deutschland oder England vergleichsweise behütet aufgewachsene Männer, in der Wüste ausgesetzt, um für etwas zu kämpfen, dessen höchst komplexe politische Hintergründe wohl kaum einer von ihnen, wahrscheinlich nicht einmal ihre Vorgesetzten, so ganz begreifen. Da sollen Zwanzigjährige, die in ihrem Leben vielleicht mal auf Mallorca waren, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2012
Rubrik: Die neuen Stücke der Spielzeit, Seite 159
von Kathrin Mädler
Anne Nather ist eine junge Autorin, die keine Angst vor Geschichten hat. Menschen finden sich in plötzlich veränderten Situationen wieder und begegnen sich und ihrer Umwelt unter neuen Vorzeichen. Meist ragen Krankheit, Unfälle oder Tod in ihre Texte hinein, die zu dem Versuch zwingen, sich dem Leben in all seinen Widrigkeiten zu stellen.
«Das Weiß an den Rändern...
TH Kreativität ist mittlerweile eine generelle Forderung an jeden Zeitgenossen. Kein Mensch, kein Unternehmen, kein Produkt, das nicht kreativ und damit innovativ sein will, das nicht immer besser, perfekter, anders werden will. Dabei wird aus der schönen Selbstentfaltung von einst möglicherweise ein gar nicht so schöner Kreativzwang. Dem wollen wir nachgehen – in...
Was für großartige Gestrigkeiten: Elf bieder-korrekte Anzugmänner und Kostümfrauen, ganz Schlips und Bügelfalte mit grauem Hut, tauchen aus den Tiefen der 60er Jahre, weit entfernt von jeder Eleganz, Uniformträger einer untergegangenen Angestelltenkultur aus dem Geist der Vollbeschäftigung, als noch kein Mensch übertrieben originell oder kreativ sein wollte,...
