Tod, Liebe, Alkohol und Kinder

Zum ersten Mal treffen der englische Dramatiker Simon Stephens und sein deutscher Kollege Roland Schimmelpfennig aufeinander. Im Schauspiel Frankfurt sprach Schauspiel-Intendant Oliver Reese mit ihnen über neue Stücke, schlechte Titel, Regietheater und Kinder im Sandkasten

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Oliver ReeseSimon Stephens, gestern war die Uraufführung Ihres neuen Stücks. Wie war’s?

Simon StephensWas für ein Einstieg! Das Stück heißt «Wastwater» nach einem See im Lake District im Norden Englands. Es ist der tiefste See in England, aber das Stück hat absolut nichts mit dem See zu tun.

ReeseAlso wie «Pornographie», das ja auch nichts mit Pornographie zu tun hat.

StephensJa, ich habe eine lange Liste von Stücken mit solchen Titeln.

«Country Music» hat nichts mit Country Musik zu tun, «Herons» nichts mit Reihern, «Punk Rock» nichts mit Punk Rock und eben «Wastwater» nichts mit dem See.

Roland SchimmelpfennigWie kommst du auf diese Titel?

StephensEs ist die einzige Möglichkeit, gute Titel zu finden. Wenn man sie nach dem Inhalt der Stücke wählt, werden sie grauenhaft. «Wastwater» ist ein Triptychon aus drei kurzen Stücken mit jeweils zwei Figuren. Alle drei spielen irgendwo in der Peripherie von Heathrow Terminal 5. Ein Stück hat mit Abschied zu tun, eines geht über ein Paar auf der Durchreise, und im letzten geht es um eine Ankunft. Sie hängen nicht unmittelbar zusammen, sie küssen sich nur ein wenig, sie grüßen sich. «Wastwater» ist verdammt düster, (ins Publikum) schauen Sie ...

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Theater heute Juli 2011
Rubrik: Akteure, Seite 46
von Oliver Reese

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